Impressum

zum Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft   zum Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz   zum Ministerium für Verkehr und Infrastruktur  

Zustandsbericht über die Grundwasservorräte

 
  • Fazit: Die Grundwasserstände und Quellschüttungen bewegen sich seit Jahresbeginn 2017 in Baden-Württemberg auf unterdurchschnittlichem Niveau. In den meisten Landesteilen haben sich nachhaltig niedrige Verhältnisse im unteren Normalbereich und darunter mit anhaltend rückläufiger Tendenz eingestellt. Die Rückgänge sind im Kraichgau besonders stark ausgeprägt. Die gelegentlichen Starkniederschläge konnten in den Karstquellen der Schwäbischen Alb und in gewässernahen Messstellen kurzzeitige Anstiege bewirken, die zu Monatsende bereits weitgehend wieder abgeklungen sind. m Jahresvergleich sind die Grundwasservorräte deutlich niedriger als im Juni 2016.
  • Die Wiederauffüllung der Grundwasservorräte, die vornehmlich im Winterhalbjahr stattfindet, ist im vergangenen Winter nicht erfolgt. Die unterirdischen Aquifersysteme werden mittelfristig unterdurchschnittlich aufgefüllt bleiben.
    Engpässe in der Wasserversorgung sind aufgrund der aktuellen Beobachtungen nicht absehbar. Gebiete, die mit kleinen Quellen versorgt werden und nicht an die öffentliche Wasserversorgung angeschlossen sind, können im weiteren Jahresverlauf allerdings Schwierigkeiten bekommen.
  • Vergleich zum Vormonat: Grundwasserstände und Quellschüttungen haben sich im Juli 2017 mit wenigen Ausnahmen rückläufig entwickelt, was den langjährigen Erfahrungswerten im Sommerhalbjahr entspricht. Signifikante Rückgänge des Grundwasserspiegels sind im Oberrheingraben (z.B. -13 cm in Lahr, GW-Nr. 0159/066-7) und in Oberschwaben (z.B. -69 cm in Leutkirch, GW-Nr. 0145/771-8) zu verzeichnen. Quellen sind sehr anfällig auf einzelne Niederschlagsereignisse. Die Quellschüttungen nehmen zu Monatsende daher häufig zu, ganz extrem im Karst der Schwäbischen Alb. Die Rückgang der Bronnbachquelle in Rottenburg (-18 l/s, GW-Nr. 0001/415-1) und der Nächstquelle bei Buchen im Odenwald (GW-Nr. 0600/554-9) sind Ausnahmen. Der Blautopf schüttet mehr als im vergangenen Monat (+295 l/s, GW-Nummer 0600/665-0). Es ist davon auszugehen, dass die Schüttungen binnen kurzer Zeit wieder abklingen.
  • Vergleich zum Vorjahr: Im Jahresvergleich zum Juli 2016 ist die Entwicklung der Grundwasserstände und Quellschüttungen in allen Landesteilen rückläufig. Markante Rückgänge sind sowohl in Fest- als auch in Lockergesteinen zu verzeichnen. Im Kraichgau bewegen sich die Grundwasserstände bereichsweise auf deutlich niedrigerem Niveau als letztes Jahr, z.B. -7,07 m in Ötisheim (GW-Nummer 2841/360-1). Die Quellen schütten trotz der jüngsten Anstiege nach wie vor weniger als im Juli 2016 (z.B. -0,48/s an der Rösslequelle in Furtwangen, Messstelle 0001/219-3 und -295 l/s an der Gallusquelle in Veringenstadt, GW-Nummer 0601/517-7). Der Blautopf schüttet immerhin rd. 970 l/s weniger als letztes Jahr.
  • Prognose für den Monat August 2017: Die landesweiten quantitativen Grundwasserverhältnisse bewegen sich zu Beginn des Sommers 2017 auf unterdurchschnittlichem Niveau. Der Bodenwasserspeicher ist entleert. Auch bei feuchter Witterung ist aufgrund des hohen Wasserbedarfs der Vegetation und der zunehmenden Lufttemperatur keine nennenswerte Grundwasserneubildung aus Niederschlägen bzw. Erholung der Grundwasservorräte zu erwarten. Das langjährig mittlere Niveau dürfte landesweit nicht mehr zu erreichen sein. Angesichts der aktuellen Ausgangssituation können dauerhaft rückläufige Grundwasserverhältnisse auf langjährige Niedrigwasserstände in den kommenden Monaten nicht ausgeschlossen werden.
  • Langfristige Tendenz: Die 30-Jahren Trends sind an den Grundwassermessstellen relativ differenziert mit einigen auffälligen Bereichen. In den südöstlichen Landesteilen (insbesondere im Iller-Riß-Gebiet) werden fast immer Anstiege beobachtet. Diese Entwicklung wird ebenfalls im Donauried beobachtet, vermutlich aufgrund der rückläufigen Grundwasserentnahmen in diesen intensiv genutzten Aquiferen. Auch im Oberrheingraben wird eine Erholung der Grundwasserstände beobachtet. Im Markgräflerland und insbesondere im nördlichen Oberrheingraben sind dabei besonders markante Zunahmen zu verzeichnen, auch hier möglicherweise durch rückläufige Förderungen bedingt. Quellen sind in Festgesteinsbereichen gefasst und weisen überwiegend langfristig ausgewogene Entwicklungstendenzen auf.
GuQ 2 Web 1.2.7.1, Seite generiert: 17.11.2017 21:49:25

Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz : https://www.lubw.baden-wuerttemberg.de/