Impressum

zum Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft   zum Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz   zum Ministerium für Verkehr und Infrastruktur  

Zustandsbericht über die Grundwasservorräte

 
  • Fazit: Die Grundwasserstände und Quellschüttungen bewegen sich Anfang April 2018 in Baden-Württemberg auf leicht überdurchschnittlichem Niveau. Die unterdurchschnittlichen Niederschläge in Februar und März konnten aufgrund des anhaltenden Bodenfrosts nur mäßig in den Untergrund infiltrieren. Die Ende Februar bereits wahrgenommenen rückläufigen Grundwasserverhältnisse wurden im März noch deutlicher. Im Jahresvergleich übertreffen die Grundwasservorräte mit wenigen Ausnahmen dennoch die Werte von März 2017.
  • Bei feuchter Witterung ist zum Ausklang des hydrologischen Winterhalbjahrs in den kommenden Wochen aufgrund der hohen Bodenfeuchte eine Stabilisierung der Grundwasserstände und Quellschüttungen möglich. Mit Beginn der Vegetationszeit wird der Wasserverbrauch der Pflanzen allerdings eine konkurrierende Rolle spielen und die Grundwasserneubildung in zunehmendem Maße hemmen.
  • Engpässe in der Wasserversorgung sind aufgrund der aktuellen Beobachtungen nicht absehbar.
  • Vergleich zum Vormonat: Grundwasserstände und Quellschüttungen waren im März 2018 rückläufig. Zwei Faktoren haben diesen Rückgang maßgeblich verursacht: einerseits war März der zweite trockene Monat in Folge und andererseits hat der anhaltende Bodenfrost die Infiltration der Niederschläge in den Untergrund für mehrere Wochen unterbunden. Die Rückgänge sind in den Festgesteinsbereichen besonders ausgeprägt, beispielsweise auf der Schwäbischen Alb (-3,77 m, GW-Nr. 0100/517-0) und im Tauberland (-2,30 m, GW-Nr. 2008/653-4). Einige Bereiche sind hingegen verschont geblieben, insbesondere der Rhein-Neckar-Raum (z.B. + 8 cm, GW-Nr. 0101/307-6) und Oberschwaben (z.B. + 7 cm, GW-Nr. 0020/520-3). Die unterdurchschnittlichen Niederschläge haben ebenfalls unmittelbare Auswirkungen auf die Quellschüttungen, z.B. -420 l/s ander Gallusquelle, GW-Nr. 0601/517-7. Der Blautopf schüttet deutlich weniger als im vergangenen Monat (-1.884 l/s, GW-Nummer 0600/665-0). Die Bodenfeuchte ist im März weiterhin etwas zurückgegangen, gewährleistet jedoch nach wie vor gute Randbedingungen für die Grundwasserneubildung aus Niederschlägen.
  • Vergleich zum Vorjahr: Im Jahresvergleich sind beständig höhere Grundwasserstände und Quellschüttungen zu verzeichnen. Dank der günstigen Meteorologie im hydrologischen Winterhalbjahr konnten sich die Grundwasservorräte von den niedrigen Verhältnissen im vergangenen Jahr erholen. In allen Landesteilen sind höhere Grundwasservorräte als im März 2017 messbar (z.B. +6,30 m in Bühlertann, GW-Nr. 0004/709-9 und +8,45 m in Tauberbischofsheim, GW-Nr. 2008/653-4). Selbst im Kraichgau bewegen sich die Grundwasserstände neuerdings oberhalb des letztjährigen Pegels, z.B. +2,42 m in Ötisheim (GW-Nummer 2841/360-1). Die wetterfühligen Quellen schütten mehr als im März 2017 (z.B. +462 l/s an der Bronnbachquelle in Rottenburg, GW-Nummer 0001/415-1). Der Blautopf bildet mit einem Schüttungsrückgang von rd. -700 l/s eine Ausnahme.
  • Prognose für den Monat April 2018: Die landesweiten quantitativen Grundwasserverhältnisse bewegen sich Anfang April auf leicht überdurchschnittlichem Niveau mit rückläufiger Tendenz. Eine Tendenzumkehr ist nicht ausgeschlossen. Der Bodenwasserspeicher ist nämlich nach wie vor gut aufgefüllt, weshalb eine Stabilisierung der Grundwasserstände und Quellschüttungen mit einer Rückkehr des Regens und trotz des steigenden Wasserbedarfs der Vegetation durchaus möglich ist und sogar ein Wiederanstieg nicht ausgeschlossen werden kann.
  • Langfristige Tendenz: Die 30-Jahren Trends sind an den Grundwassermessstellen relativ differenziert mit einigen auffälligen Bereichen. In den südöstlichen Landesteilen (insbesondere im Iller-Riß-Gebiet) werden fast immer Anstiege beobachtet. Diese Entwicklung wird ebenfalls im Donauried beobachtet, vermutlich aufgrund der rückläufigen Grundwasserentnahmen in diesen intensiv genutzten Aquiferen. Auch im Oberrheingraben wird eine Erholung der Grundwasserstände beobachtet. Im Markgräflerland und insbesondere im nördlichen Oberrheingraben sind dabei besonders markante Zunahmen zu verzeichnen, auch hier möglicherweise durch rückläufige Förderungen bedingt. Quellen sind in Festgesteinsbereichen gefasst und weisen überwiegend langfristig ausgewogene Entwicklungstendenzen auf.
GuQ 2 Web 1.2.7.1, Seite generiert: 24.04.2018 16:44:22

Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz : https://www.lubw.baden-wuerttemberg.de/