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Zustandsbericht über die Grundwasservorräte

 
  • Fazit: Die Grundwasserstände und Quellschüttungen bewegen sich Anfang Dezember 2018 in Baden-Württemberg auf sehr unterdurchschnittlichem Niveau mit nach wie vor rückläufiger Tendenz. Die Niederschläge zu Monatsende sind zum Teil in die obersten Bodenschichten infiltriert, waren für das Grundwassergeschehen jedoch nicht relevant. Es gibt seit etwa einem halben Jahr keine nennenswerte Grundwasserneubildung. Die seit Ende Februar bestehenden rückläufigen Grundwasserverhältnisse haben sich in den vergangenen Wochen fortgesetzt. Im Jahresvergleich wurde der bereits niedrige Pegel vom Herbst 2017 unterschritten. Bevor Grundwasserneu gebildet werden kann muss der Bodenwasserspeicher weiter gewässert werden. Bei anhaltend feuchter Witterung ist von einer Stabilisierung der Grundwasserverhältnisse auszugehen, wobei auch regionale Anstiege im weiteren Monatsverlauf durchaus möglich sind.
  • Großräumige Engpässe in der Wasserversorgung sind aufgrund der aktuellen Beobachtungen nicht absehbar.
  • Vergleich zum Vormonat: Grundwasserstände und Quellschüttungen waren im November 2018 in allen Landesteilen rückläufig. Die Rückgänge sind in den Festgesteinsbereichen besonders ausgeprägt, beispielsweise auf der Ostalb (-1,80 m, GW-Nr. 0102/714-6) und im nördlichen Schwarzwald (-1,33 m, GW-Nr. 7003/412-1). Im Lockergestein sind ebenfalls signifikante Abnahmen zu verzeichnen (z.B. -0,35 m in der Leutkircher Heide, GW-Nr. 0145/771-8) oder im Dreisamtal (z.B. -0,34 m, GW-Nr. 0106/120-5). Die Niederschläge zu Monatsende hatten wenig Einfluss auf die meisten Quellschüttungen, die im Monatsmittel rückläufig sind, z.B. -27 l/s an der Bronnbachquelle, GW-Nr. 0001/415-1). Der Blautopf schüttet etwa gleich wenig wie im vergangenen Monat (-55 l/s, GW-Nummer 0600/665-0).
  • Vergleich zum Vorjahr: Im Jahresvergleich sind infolge der andauernden Rückgänge überwiegend niedrigere Grundwasserstände und Quellschüttungen als im bereits trockenen Jahr 2017 zu verzeichnen. Bereichsweise werden die vorjährigen Verhältnisse bereits deutlich unterschritten, beispielsweise in der Freiburger Bucht (z.B. -3,42 m an der GW-Nr. 0106/120-5) und in den südöstlichen Landesteilen (z.B. -2,73 m an der GW-Nr. 0145/771-8). Die wetterfühligen Quellen schütten überwiegend weniger als im vergangenen Jahr (z.B. -290 l/s an der Gallusquelle in Veringenstadt, GW-Nr. 0601/517-7). Der Blautopf schüttet sogar rd. -2.626 l/s weniger als vor einem Jahr.
  • Prognose für den Monat Dezember 2018: Die landesweiten quantitativen Grundwasserverhältnisse bewegen sich Anfang Dezember auf unterdurchschnittlichem Niveau mit zurzeit noch rückläufiger Tendenz. Eine Tendenzumkehr ist im weiteren Monatsverlauf vorstellbar. Angesichts des derzeitigen Dauerregens ist von einer Stabilisierung der Grundwasserstände und Quellschüttungen auszugehen, wobei regionale Anstiege vor dem Jahresende durchaus möglich sind.
  • Langfristige Tendenz: Die 30-Jahren Trends sind an den Grundwassermessstellen relativ differenziert mit einigen auffälligen Bereichen. In den südöstlichen Landesteilen (insbesondere im Iller-Riß-Gebiet) werden fast immer Anstiege beobachtet. Diese Entwicklung wird ebenfalls im Donauried beobachtet, vermutlich aufgrund der rückläufigen Grundwasserentnahmen in diesen intensiv genutzten Aquiferen. Auch im Oberrheingraben wird eine Erholung der Grundwasserstände beobachtet. Im Markgräflerland und insbesondere im nördlichen Oberrheingraben sind dabei besonders markante Zunahmen zu verzeichnen, auch hier möglicherweise durch rückläufige Förderungen bedingt. Quellen sind in Festgesteinsbereichen gefasst und weisen überwiegend langfristig ausgewogene Entwicklungstendenzen auf.
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