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Zustandsbericht über die Grundwasservorräte

 
  • Fazit: Die Grundwasserstände und Quellschüttungen bewegen sich Ende Juli 2019 in Baden-Württemberg überwiegend auf leicht unterdurchschnittlichem Niveau mit rückläufiger Tendenz. Die einzelnen lokalen Starkniederschlagsepisoden sind ausschließlich der Vegetation sowie den oberirdischen Gewässern zugutegekommen. Es hat keine nennenswerte Grundwasserneubildung stattgefunden. Der Bodenwasserpeicher hat sich weiter entleert und ist mittlerweile nahezu ausgetrocknet. Im Jahresvergleich wurden bereichsweise (z.B. in Oberrheingraben und in den östlichen Landesteilen) höhere Pegel als im Juli 2018 gemessen. Im weiteren Verlauf des Sommerhalbjahrs sind weiterhin rückläufige Grundwasservorräte zu erwarten. Erfahrungsgemäß wird der Grundwasserneubildungsprozess voraussichtlich erst im Herbst wieder einsetzen.
  • Großräumige Engpässe in der Wasserversorgung sind aufgrund der aktuellen Beobachtungen nicht absehbar.
  • Vergleich zum Vormonat: Grundwasserstände und Quellschüttungen haben sich im Juli 2019 rückläufig entwickelt. Im Mittel gab es einige markante Abnahmen, z.B. im Dreisamtal bei Freiburg (-0,99 m an der Messstelle 0106/120-5) und im nördlichen Schwarzwald (-5,42 m an der Messstelle 3544/311-9). In Südbaden gab es allerdings auch lokale geringfügige Anstiege, z.B. im Markgräflerland mit +0,05 m, GW-Nr. 0110/022-3. Die Niederschläge konnten keine dauerhaften Schüttungsanstiege an den Quellen bewirken, wobei die Tendenz zurzeit einheitlich rückläufig ist, z.B. -220l/san der Gallusquelle, GW-Nr. 0601/517-7. Der Blautopf schüttet -728 l/s weniger als im vergangenen Monat (GW-Nummer 0600/665-0).
  • Vergleich zum Vorjahr: Im Jahresvergleich halten sich niedrigere und höhere Grundwasservorräte in etwa die Waage. Vielerorts werden die vorjährigen Verhältnisse nach wie vor deutlich unterschritten, beispielsweise im Tauberland (z.B. -5,25 m an der GW-Nr. 2008/653-4) und -4,86 m auf der Ostalb an der GW-Nr. 0102/714-6). Die Grundwasserstände haben sich im Gegensatz dazu in weiten Teilen des Oberrheingrabens und des Illertals seit 2018 erholt (z.B. +0,31 m in Dietenheim, GW-Nr. 0154/767-1). Auch bei den Quellen stehen Zu- und Abnahmen in einem ausgewogenen Verhältnis (z.B. -0,80 l/s an der Fritzenwiesenquelle in Obergrombach, GW-Nr. 0601/517-7 vs. + 9l/s an der Bronnbachquelle in Rottenburg, GW-Nr. 0001/415-1). Der Blautopf schüttet +484 l/s mehr als im Juli 2018.
  • Prognose für den Monat August 2019: Die landesweite quantitative Grundwassertendez ist Anfang August deutlich rückläufig. Im weiteren Verlauf des Sommerhalbjahrs sind weiterhin rückläufige Grundwasservorräte zu erwarten. Erfahrungsgemäß ist der Neubildungsprozess im hydrologischen Sommerhalbjahr durch Pflanzenwachstum und hohe Lufttemperaturen stark beeinträchtigt.
  • Langfristige Tendenz: Die 30-Jahren Trends sind an den Grundwassermessstellen relativ differenziert mit einigen auffälligen Bereichen. In den südöstlichen Landesteilen (insbesondere im Iller-Riß-Gebiet) werden fast immer Anstiege beobachtet. Diese Entwicklung wird ebenfalls im Donauried beobachtet, vermutlich aufgrund der rückläufigen Grundwasserentnahmen in diesen intensiv genutzten Aquiferen. Auch im Oberrheingraben wird eine Erholung der Grundwasserstände beobachtet. Im Markgräflerland und insbesondere im nördlichen Oberrheingraben sind dabei besonders markante Zunahmen zu verzeichnen, auch hier möglicherweise durch rückläufige Förderungen bedingt. Quellen sind in Festgesteinsbereichen gefasst und weisen überwiegend langfristig ausgewogene Entwicklungstendenzen auf.
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