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Zustandsbericht über die Grundwasservorräte

 
  • Fazit: Die Grundwasserstände und Quellschüttungen bewegen sich Anfang Februar 2018 in Baden-Württemberg auf überdurchschnittlichem Niveau mit stark steigender Tendenz. Dank der andauernden starken Niederschläge seit Beginn des hydrologischen Winterhalbjahrs und insbesondere im Januar haben erhebliche Anstiege der Grundwasservorräte stattgefunden. In zahlreichen Landesteilen wurde zwischenzeitlich ein hohes Niveau erreicht. Die Hochwasserwelle hat ihren (vorläufigen) Höhepunkt im Grundwasser um den 25. Januar überschritten.
  • Im Jahresvergleich übertreffen die Grundwasservorräte meistens die Werte von Januar 2017.
  • Engpässe in der Wasserversorgung sind aufgrund der aktuellen Beobachtungen nicht absehbar.
  • Vergleich zum Vormonat: Grundwasserstände und Quellschüttungen haben sich im Januar 2018 sehr stark erholt. Diese außergewöhnlich steilen Anstiege im Januar wurden durch die starken Niederschläge seit November 2017 eingeleitet. Dank der hohen Bodenfeuchte findet seit einigen Wochen die maximal mögliche Grundwasserneubildung aus Niederschlägen statt. Es gab im Januar 2018 keine rückläufigen Bereiche; selbst in den trägsten Aquifersystemen sind die jüngsten Entwicklungen positiv orientiert. In gewässernahen Bereichen sowie in Kluft- und Karstgesteinen konnten schnelle Infiltrationskomponenten besonders signifikante Anstiege, z.T. auf langjährige Höchststände, bewirken. An jeder fünften Messstelle wird der höchste Januarpegel aus den vergangenen 30 Jahren beobachtet. Im nördlichen Schwarzwald wurden Zunahmen von +7,26 m in Engelsbrand (GW-Nr. 3544/311-9) und im Bereich der Ostalb sogar von +8,68 m in Weidenstetten (GW-Nr. 0102/714-6) gemessen. Aufgrund der starken Niederschlägen haben auch die Quellschüttungen im Bezugsmonat stark zugenommen und bewegen sich auf hohem Niveau, z.B. +630 l/s an der Bronnbachquelle, GW-Nr. 0001/415-1. Der Blautopf schüttet deutlich mehr als im vergangenen Monat (+3.859 l/s, GW-Nummer 0600/665-0).
  • Vergleich zum Vorjahr: Im Jahresvergleich zum Januar 2017 sind aufgrund der jüngsten Entwicklungen höhere Grundwasserstände und Quellschüttungen zu verzeichnen. Innerhalb eines Quartals hat sich die seit Ende 2016 niedrige Grundwassersituation erholt. Dank - aus grundwasserhydrologischer Hinsicht - idealer meteorologischer Randbedingungen erreichen die Grundwasservorräte zum Ende Januar 2018 bereichsweise ein sehr hohes Niveau. Im Kraichgau bewegen sich die Grundwasserstände bereichsweise noch unterhalb des letztjährigen Pegels, z.B. -4,75 m in Ötisheim (GW-Nummer 2841/360-1) - wobei auch hier der Wiederanstieg in Gang ist. In den anderen Landesteilen ist durchweg eine Erholung messbar (z.B. +5,74 m in Freiburg-Ebnet, GW-Nr. 0106/120-5 und +5,65 m in Tauberbischofsheim, GW-Nr. 2008/653-4). Die wetterfühligen Quellen schütten deutlich mehr als im Januar 2017 (z.B. +70 l/s ander Nächstquelle in Buchen-Götzingen, Messstelle 0600/554-9 und +601 l/s an Gallusquelle in Hermentingen, GW-Nummer 0601/517-7). Der Blautopf schüttet sogar über 7.000 l/s mehr als letztes Jahr.
  • Prognose für den Monat Februar 2018: Die landesweiten quantitativen Grundwasserverhältnisse bewegen sich Anfang Februar auf überdurchschnittlichem Niveau mit steigender Tendenz. Der Bodenwasserspeicher ist aufgefüllt, weshalb die Grundwasserstände und Quellschüttungen voraussichtlich noch weiter ansteigen werden.
  • Langfristige Tendenz: Die 30-Jahren Trends sind an den Grundwassermessstellen relativ differenziert mit einigen auffälligen Bereichen. In den südöstlichen Landesteilen (insbesondere im Iller-Riß-Gebiet) werden fast immer Anstiege beobachtet. Diese Entwicklung wird ebenfalls im Donauried beobachtet, vermutlich aufgrund der rückläufigen Grundwasserentnahmen in diesen intensiv genutzten Aquiferen. Auch im Oberrheingraben wird eine Erholung der Grundwasserstände beobachtet. Im Markgräflerland und insbesondere im nördlichen Oberrheingraben sind dabei besonders markante Zunahmen zu verzeichnen, auch hier möglicherweise durch rückläufige Förderungen bedingt. Quellen sind in Festgesteinsbereichen gefasst und weisen überwiegend langfristig ausgewogene Entwicklungstendenzen auf.
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