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Zustandsbericht über die Grundwasservorräte

 
  • Fazit: Die Grundwasserstände und Quellschüttungen bewegen sich Anfang März 2018 in Baden-Württemberg auf überdurchschnittlichem Niveau. Die starken Niederschläge seit Beginn des hydrologischen Winterhalbjahrs haben erhebliche Anstiege der Grundwasservorräte, die sich auch im niederschlagsarmen Monat Februar ausgewirkt haben, zur Folge. In den meisten Landesteilen wird in der zweiten Monatshälfte allerdings eine Tendenzumkehr beobachtet.
  • Im Jahresvergleich übertreffen die Grundwasservorräte mit wenigen Ausnahmen die Werte von Februar 2017.
  • Engpässe in der Wasserversorgung sind aufgrund der aktuellen Beobachtungen nicht absehbar.
  • Vergleich zum Vormonat: Grundwasserstände und Quellschüttungen haben sich im Februar 2018 insgesamt weiter erholt. Der Februar war relativ trocken, weshalb die gemessenen Anstiege im Wesentlichen durch die vorangegangenen großen Niederschlagsmengen herbeigeführt wurden. In der zweiten Monatshälfte wird landesweit allerdings eine Tendenzumkehr mit rückläufigen Verhältnissen beobachtet. Die monatliche Entwicklung ist stark differenziert. Neben Bereichen mit fortdauernden starken Zunahmen, beispielsweise in der Gäue (+3,05 m in Grafenau, GW-Nr. 7003/412-1) und auf der Ostalb (+6,35 m in Weidenstetten, GW-Nr. 0102/714-6), sind nun auch Gebiete mit ausgeprägten Rückgängen zu verzeichnen, z.B. in der Nähe der Schwarzwaldgewässer (-51 cm an der Kinzig in Gengenbach, GW-Nr. 0131/115-0) oder im Donautal (-49 cm in Ertingen, GW-Nr. 9006/569-6). Die niederschlagsarme zweite Monatshälfte hat ausgeprägte Quellschüttungsrückgänge veranlasst, z.B. +262 l/s an der Gallusquelle, GW-Nr. 0601/517-7. Der Blautopf schüttet deutlich weniger als im vergangenen Extremmonat (-3.947 l/s, GW-Nummer 0600/665-0). Die Bodenfeuchte hat sich im Februar unerheblich verringert und gewährleistet nach wie vor beste Randbedingungen für die Grundwasserneubildung aus Niederschlägen.
  • Vergleich zum Vorjahr: Im Jahresvergleich sind anhaltend höhere Grundwasserstände und Quellschüttungen zu verzeichnen. Dank - aus grundwasserhydrologischer Hinsicht - idealer meteorologischer Randbedingungen seit Beginn des hydrologischen Winterhalbjahres bewegen sich die Grundwasservorräte zum Ende Februar 2018 vielerorts auf deutlich überdurchschnittlichem Niveau. Im Kraichgau bewegen sich die Grundwasserstände immer noch unterhalb des letztjährigen Pegels, z.B. -1,30 m in Ötisheim (GW-Nummer 2841/360-1) - wobei der Wiederanstieg in Gang ist. In den anderen Landesteilen sind durchweg höhere Grundwasservorräte als vor einem Jahr messbar (z.B. +3,00 m in Leutkirch, GW-Nr. 0145/771-8 und +10,89 m in Tauberbischofsheim, GW-Nr. 2008/653-4). Die wetterfühligen Quellen schütten deutlich mehr als im Februar 2017 (z.B. +46 l/s ander Nächstquelle in Buchen-Götzingen, Messstelle 0600/554-9 und +844 l/s an Bronnbachquelle in Rottenburg, GW-Nummer 0001/415-1). Der Blautopf schüttet rd.2.295 l/s mehr als letztes Jahr.
  • Prognose für den Monat März 2018: Die landesweiten quantitativen Grundwasserverhältnisse bewegen sich Anfang März auf überdurchschnittlichem Niveau mit zu Monatsende leicht rückläufiger Tendenz. Möglicherweise handelt es sich dabei um eine vorübergehende Situation. Der Bodenwasserspeicher ist gut aufgefüllt, weshalb die Grundwasserstände und Quellschüttungen mit der Rückkehr des Regens erneut bzw. weiter ansteigen dürften.
  • Langfristige Tendenz: Die 30-Jahren Trends sind an den Grundwassermessstellen relativ differenziert mit einigen auffälligen Bereichen. In den südöstlichen Landesteilen (insbesondere im Iller-Riß-Gebiet) werden fast immer Anstiege beobachtet. Diese Entwicklung wird ebenfalls im Donauried beobachtet, vermutlich aufgrund der rückläufigen Grundwasserentnahmen in diesen intensiv genutzten Aquiferen. Auch im Oberrheingraben wird eine Erholung der Grundwasserstände beobachtet. Im Markgräflerland und insbesondere im nördlichen Oberrheingraben sind dabei besonders markante Zunahmen zu verzeichnen, auch hier möglicherweise durch rückläufige Förderungen bedingt. Quellen sind in Festgesteinsbereichen gefasst und weisen überwiegend langfristig ausgewogene Entwicklungstendenzen auf.
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