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Zustandsbericht über die Grundwasservorräte

 
  • Fazit: Die Grundwasserstände und Quellschüttungen bewegen sich Anfang Mai 2018 in Baden-Württemberg auf mittlerem Niveau. Die unterdurchschnittlichen April-Niederschläge konnten aufgrund der außergewöhnlich hohen Lufttemperaturen bzw. der erheblichen Verdunstung nicht in den Untergrund infiltrieren. Die seit Ende Februar bereits wahrgenommenen rückläufigen Grundwasserverhältnisse wurden in den vergangenen Wochen noch deutlicher. Im Jahresvergleich übertreffen die Grundwasservorräte mit wenigen Ausnahmen dennoch die Werte von April 2017.
  • Mit dem Beginn des hydrologischen Sommerhalbjahrs ist von rückläufigen Grundwasservorräten auszugehen. Selbst bei feuchter Witterung dürfte der hohe Wasserbedarf der Pflanzen in der Vegetationszeit die Grundwasserneubildung unterbinden.
  • Engpässe in der Wasserversorgung sind aufgrund der aktuellen Beobachtungen nicht absehbar.
  • Vergleich zum Vormonat: Grundwasserstände und Quellschüttungen waren im April 2018 rückläufig. Zwei Faktoren haben diesen Rückgang maßgeblich verursacht: einerseits sind seit Februar dauerhaft unterdurchschnittliche Niederschläge und andererseits war eine erhebliche Verdunstung (der Bezugsmonat war der wärmste April seit Beginn der Aufzeichungen) zu verzeichnen. Die Rückgänge sind in den Festgesteinsbereichen besonders markant, beispielsweise auf der Schwäbischen Alb (-2,47 m, GW-Nr. 0100/517-0) und im Nordschwarzwald (-3,00 m, GW-Nr. 3544/311-9). Einige Bereiche sind hingegen verschont geblieben, insbesondere Teile des Oberrheingrabens (z.B. + 11 cm, GW-Nr. 0130/067-4) und tiefe Grunwasserhorizonte (z.B. +29 cm im Klettgau, GW-Nr. 0170/273-5). Im Kraichgau ist eine erfreuliche Erholung in Gange (z.B. + 1,58 m, GW-Nr. 2841/360-1). Die unterdurchschnittlichen Niederschläge haben unmittelbare Auswirkungen auf die Quellschüttungen, z.B. -157 l/s ander Gallusquelle, GW-Nr. 0601/517-7. Der Blautopf schüttet weniger als im vergangenen Monat (-295 l/s, GW-Nummer 0600/665-0). Die nachlassende Bodenfeuchte drosselt zunehmend den Grundwasserneubildungsprozess aus Niederschlägen.
  • Vergleich zum Vorjahr: Im Jahresvergleich sind beständig höhere Grundwasserstände und Quellschüttungen als im trockenen jahr 2017 zu verzeichnen. Dank der günstigen Meteorologie im hydrologischen Winterhalbjahr konnten sich die Grundwasservorräte von den niedrigen Verhältnissen im vergangenen Jahr weitgehend erholen. In allen Landesteilen sind höhere Grundwasservorräte als im April 2017 messbar (z.B. +12,06 m in Grafenau, GW-Nr. 7003/412-1 und +8,87 m in Tauberbischofsheim, GW-Nr. 2008/653-4). Die wetterfühligen Quellen schütten trotz der geringen Niederschläge mehr als im April 2017 (z.B. +349 l/s an der Bronnbachquelle in Rottenburg, GW-Nummer 0001/415-1). Der Blautopf schüttet rd. +342 l/s mehr als vor einem Jahr.
  • Prognose für den Monat Mai 2018: Die landesweiten quantitativen Grundwasserverhältnisse bewegen sich Anfang Mai auf mittlerem Niveau mit rückläufiger Tendenz. Eine Tendenzumkehr ist sehr unwahrscheinlich. Der Bodenwasserspeicher läuft aus, weshalb selbst eine Stabilisierung der Grundwasserstände und Quellschüttungen trotz einer hypothetischen Rückkehr des Regens nicht absehbar ist.
  • Langfristige Tendenz: Die 30-Jahren Trends sind an den Grundwassermessstellen relativ differenziert mit einigen auffälligen Bereichen. In den südöstlichen Landesteilen (insbesondere im Iller-Riß-Gebiet) werden fast immer Anstiege beobachtet. Diese Entwicklung wird ebenfalls im Donauried beobachtet, vermutlich aufgrund der rückläufigen Grundwasserentnahmen in diesen intensiv genutzten Aquiferen. Auch im Oberrheingraben wird eine Erholung der Grundwasserstände beobachtet. Im Markgräflerland und insbesondere im nördlichen Oberrheingraben sind dabei besonders markante Zunahmen zu verzeichnen, auch hier möglicherweise durch rückläufige Förderungen bedingt. Quellen sind in Festgesteinsbereichen gefasst und weisen überwiegend langfristig ausgewogene Entwicklungstendenzen auf.
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