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Zustandsbericht über die Grundwasservorräte

 
  • Fazit: Die Grundwasserstände und Quellschüttungen bewegen sich Anfang Juni 2018 in Baden-Württemberg auf mittlerem Niveau mit rückläufiger Tendenz.Die überdurchschnittlichen Mai-Niederschläge setzen sich im Wesentlichen aus einzelnen Platzregenereignissen, die nahezu vollständig oberirdisch abgeflossen sind und z.T. lokale Überschwemmungen und Hangrutsche verursacht haben, zusammen. Im Übrigen haben hohe Lufttemperaturen und der Wasserdedarf der Vegetation die Infiltration in den tiefen Untergrund unterbunden. Es hat keine Grundwasserneubildung stattgefunden.Die seit Ende Februar bereits wahrgenommenen rückläufigen Grundwasserverhältnisse wurden in den vergangenen Wochen noch deutlicher. Im Jahresvergleich übertreffen die Grundwasservorräte in den meisten landesteilen dennoch die Werte von Mai 2017.
  • Mit dem Beginn des hydrologischen Sommerhalbjahrs ist von rückläufigen Grundwasservorräten auszugehen. Selbst bei feuchter Witterung dürfte der hohe Wasserbedarf der Pflanzen in der Vegetationszeit die Grundwasserneubildung unterbinden.
  • Engpässe in der Wasserversorgung sind aufgrund der aktuellen Beobachtungen nicht absehbar.
  • Vergleich zum Vormonat: Grundwasserstände und Quellschüttungen waren im Mai 2018 mit wenigen Ausnahmen rückläufig. Die vielerorts heftigen Regenschauer sind oberirdisch abgeflossen und hatten keine Auswirkung auf das Grundwassergeschehen. Die Rückgänge sind in den Festgesteinsbereichen besonders ausgeprägt, beispielsweise auf der Ostalb (-2,68 m, GW-Nr. 0102/714-6) und in der Oberen Gäue (-6,08 m, GW-Nr. 7003/412-1), wobei auch im Lockergestein signifikante Abnahmen zu verzeichnen sind (z.B. -0,27 m im Rhein-Neckar-Raum, GW-Nr. 0112/303-9). Einige Bereiche sind jedoch noch verschont, insbesondere Teile des Oberrheingrabens (z.B. + 23 cm, GW-Nr. 0135/161-46). Die Gewitter hatten zwar unmittelbare Auswirkungen auf die Quellschüttungen, aber die Entwicklung ist im Monatsmittel dennoch rückläufig, z.B. -112 l/s an der Bronnbachquelle, GW-Nr. 0001/415-1. Der Blautopf schüttet weniger als im vergangenen Monat (-427 l/s, GW-Nummer 0600/665-0).
  • Vergleich zum Vorjahr: Im Jahresvergleich sind überwiegend höhere Grundwasserstände und Quellschüttungen als im trockenen Jahr 2017 zu verzeichnen, wobei sich das Blatt in Teilgebieten neuerdings gewendet hat, beispielsweise im Iller-Riß-Gebiet (z.B. -0,36 m, GW-Nr. 0150/769-7). Meistens sind jedoch höhere Grundwasservorräte als im Mai 2017 messbar (z.B. +4,31 m in Mühlacker, GW-Nr. 2841/360-1 und +8,93 m in Tauberbischofsheim, GW-Nr. 2008/653-4). Bei den wetterfühligen Quellen halten sich Anstiege und Rückgänge etwa die Waage (z.B. +255 l/s an der Bronnbachquelle in Rottenburg, GW-Nr. 0001/415-1 vs. -203 l/s an der Gallusquelle in Veringenstadt, GW-Nr. 0601/517-7). Der Blautopf schüttet rd. -2.250 l/s weniger als vor einem Jahr.
  • Prognose für den Monat Juni 2018: Die landesweiten quantitativen Grundwasserverhältnisse bewegen sich Anfang Juni auf mittlerem Niveau mit rückläufiger Tendenz. Eine Tendenzumkehr ist auszuschließen. Der Bodenwasserspeicher läuft weiter aus, weshalb selbst eine Stabilisierung der Grundwasserstände und Quellschüttungen trotz einer hypothetischen Rückkehr des Regens nicht absehbar ist.
  • Langfristige Tendenz: Die 30-Jahren Trends sind an den Grundwassermessstellen relativ differenziert mit einigen auffälligen Bereichen. In den südöstlichen Landesteilen (insbesondere im Iller-Riß-Gebiet) werden fast immer Anstiege beobachtet. Diese Entwicklung wird ebenfalls im Donauried beobachtet, vermutlich aufgrund der rückläufigen Grundwasserentnahmen in diesen intensiv genutzten Aquiferen. Auch im Oberrheingraben wird eine Erholung der Grundwasserstände beobachtet. Im Markgräflerland und insbesondere im nördlichen Oberrheingraben sind dabei besonders markante Zunahmen zu verzeichnen, auch hier möglicherweise durch rückläufige Förderungen bedingt. Quellen sind in Festgesteinsbereichen gefasst und weisen überwiegend langfristig ausgewogene Entwicklungstendenzen auf.
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