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Zustandsbericht über die Grundwasservorräte

 
  • Fazit: Die Grundwasserstände und Quellschüttungen bewegen sich Anfang September 2018 in Baden-Württemberg auf sehr unterdurchschnittlichem Niveau mit rückläufiger Tendenz.Die mit 13 mm sehr geringen August-Niederschläge sind unmittelbar verdunstet oder konnten der Vegetation zugute kommen; der Bodenwasserspeicher ist vollständig entleert und es hat keine Grundwasserneubildung stattgefunden.Die seit Ende Februar bestehenden rückläufigen Grundwasserverhältnisse haben sich in den vergangenen Wochen fortgesetzt. Im Jahresvergleich wurde der bereits niedrige Pegel vom Sommer 2017 vielerorts unterschritten. Bevor Grundwasser neugebildet werden kann muss der Bodenwasserspeicher wieder gewässert werden. Selbst bei feuchter Witterung dürfte dieser Prozess mehrere Wochen in Angriff nehmen. Daher ist im weiteren Verlauf des hydrologischen Sommerhalbjahrs mit weiterhin rückläufigen Grundwasservorräten zu rechnen.
  • Mit großräumigen Engpässen in der Wasserversorgung ist aufgrund der aktuellen Beobachtungen nicht zu rechnen. Bei niederschlagsarmer Witterung ist Wasserknappheit jedoch in Gebieten, die vorwiegend mit Quellwasser versorgt werden, im weiteren Jahresverlauf nicht auszuschließen.
  • Vergleich zum Vormonat: Grundwasserstände und Quellschüttungen waren im August 2018 in allen Landesteilen rückläufig. Die Rückgänge sind in den Festgesteinsbereichen besonders ausgeprägt, beispielsweise auf der Ostalb (-2,61 m, GW-Nr. 0102/714-6) und im Kraichgau (-1,65 m, GW-Nr. 2841/360-1). Im Lockergestein sind ebenfalls signifikante Abnahmen zu verzeichnen sind (z.B. -0,83 m in der Leutkircher Heide, GW-Nr. 0145/771-8) oder im Neckarbecken (z.B. -0,50 m, GW-Nr. 0324/510-3). Die einzelnen Niederschlagsereignisse hatte keinen nennenswerten Einfluss auf die Quellschüttungen, die im Monatsmittel stark rückläufig sind, z.B. -0,5 l/s an der Fritzenwiesenquelle, GW-Nr. 0600/309-4. Der Blautopf schüttet weniger als im vergangenen Monat (-376 l/s, GW-Nummer 0600/665-0).
  • Vergleich zum Vorjahr: Im Jahresvergleich sind aufgrund der jüngsten starken Rückgänge erstmals in diesem Jahr niedrigere Grundwasserstände und Quellschüttungen als im bereits trockenen Jahr 2017 zu verzeichnen. Bereichsweise werden die vorjährigen Verhältnisse bereits deutlich unterschritten, beispielsweise im Dreisamtal (z.B. -1,43 m an der GW-Nr. 0106/120-5) und in den südöstlichen Landesteilen (z.B. -0,90 m an der GW-Nr. 0145/771-8). Die wetterfühligen Quellen schütten nun überwiegend weniger als im vergangenen Jahr (z.B. -44 l/s an der Gallusquelle in Veringenstadt, GW-Nr. 0601/517-7). Der Blautopf schüttet rd. 991 l/s weniger als vor einem Jahr.
  • Prognose für den Monat September 2018: Die landesweiten quantitativen Grundwasserverhältnisse bewegen sich Anfang September auf unterdurchschnittlichem Niveau mit weiterhin rückläufiger Tendenz. Eine kurzfristige Tendenzumkehr ist. Angesichts des leeren Bodenwasserspeichers ist selbst eine Stabilisierung der Grundwasserstände und Quellschüttungen unwahrscheinlich.
  • Langfristige Tendenz: Die 30-Jahren Trends sind an den Grundwassermessstellen relativ differenziert mit einigen auffälligen Bereichen. In den südöstlichen Landesteilen (insbesondere im Iller-Riß-Gebiet) werden fast immer Anstiege beobachtet. Diese Entwicklung wird ebenfalls im Donauried beobachtet, vermutlich aufgrund der rückläufigen Grundwasserentnahmen in diesen intensiv genutzten Aquiferen. Auch im Oberrheingraben wird eine Erholung der Grundwasserstände beobachtet. Im Markgräflerland und insbesondere im nördlichen Oberrheingraben sind dabei besonders markante Zunahmen zu verzeichnen, auch hier möglicherweise durch rückläufige Förderungen bedingt. Quellen sind in Festgesteinsbereichen gefasst und weisen überwiegend langfristig ausgewogene Entwicklungstendenzen auf.
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