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Zustandsbericht über die Grundwasservorräte

 
  • Fazit: Die Grundwasserstände und Quellschüttungen bewegen sich Anfang November 2018 in Baden-Württemberg auf sehr unterdurchschnittlichem Niveau mit nach wie vor rückläufiger Tendenz. Die geringen Niederschläge zu Monatsende konnte lediglich eine vorübergehende Stabilisierung der Quellschüttungen und des Grundwasserspiegels in Gewässernähe bewirken. Der Bodenwasserspeicher ist vollständig entleert und es hat im mittlerweile vierten Monat in Folge keine nennenswerte Grundwasserneubildung stattgefunden. Die seit Ende Februar bestehenden rückläufigen Grundwasserverhältnisse haben sich in den vergangenen Wochen fortgesetzt. Im Jahresvergleich wurde der bereits niedrige Pegel vom Spätsommer 2017 meist unterschritten. Bevor Grundwasser neugebildet werden kann muss der Bodenwasserspeicher wieder gewässert werden. Selbst bei feuchter Witterung dürfte dieser Prozess mehrere Wochen in Angriff nehmen. Mit dem beginnenden hydrologischen Winterhalbjahr ist jedoch eine baldige Stabilisierung der Grundwasserverhältnisse zu erwarten.
  • Mit großräumigen Engpässen in der Wasserversorgung ist trotz der aktuellen Beobachtungen nicht zu rechnen. Bei weiterhin niederschlagsarmer Witterung ist Wasserknappheit jedoch in Gebieten, die vorwiegend mit Quellwasser versorgt werden, im weiteren Jahresverlauf nicht auszuschließen.
  • Vergleich zum Vormonat: Grundwasserstände und Quellschüttungen waren im Oktober 2018 in allen Landesteilen rückläufig. Die Rückgänge sind in den Festgesteinsbereichen besonders ausgeprägt, beispielsweise auf der Ostalb (-1,87 m, GW-Nr. 0102/714-6) und im Nördlichen Schwarzwald (-1,19 m, GW-Nr. 7003/412-1). Im Lockergestein sind ebenfalls signifikante Abnahmen zu verzeichnen sind (z.B. -0,30 m in der Leutkircher Heide, GW-Nr. 0145/771-8) oder im Dreisamtal (z.B. -0,79 m, GW-Nr. 0106/120-5). Die geringen Niederschläge zu Monatsende hatten keinen nennenswerten Einfluss auf die Quellschüttungen, die im Monatsmittel rückläufig sind, z.B. -26 l/s an der Gallusquelle, GW-Nr. 0601/517-7. Der Blautopf schüttet noch weniger als im vergangenen Monat (-225 l/s, GW-Nummer 0600/665-0).
  • Vergleich zum Vorjahr: Im Jahresvergleich sind infolge der andauernden Rückgänge überwiegend niedrigere Grundwasserstände und Quellschüttungen als im bereits trockenen Jahr 2017 zu verzeichnen. Bereichsweise werden die vorjährigen Verhältnisse bereits deutlich unterschritten, beispielsweise im Dreisamtal (z.B. -1,85 m an der GW-Nr. 0106/120-5) und in den südöstlichen Landesteilen (z.B. -2,25 m an der GW-Nr. 0145/771-8). Auch die wetterfühligen Quellen schütten meist weniger als im vergangenen Jahr (z.B. -70 l/s an der Gallusquelle in Veringenstadt, GW-Nr. 0601/517-7). Der Blautopf schüttet rd. -920 l/s weniger als vor einem Jahr.
  • Prognose für den Monat November 2018: Die landesweiten quantitativen Grundwasserverhältnisse bewegen sich Anfang November auf unterdurchschnittlichem Niveau mit rückläufiger Tendenz. Eine kurzfristige Tendenzumkehr ist angesichts des leeren Bodenwasserspeichers auszuschließen, wobei im Laufe des Monats eine Stabilisierung der Grundwasserstände und Quellschüttungen zu Beginn des hydrologischen Winterhalbjahres erhofft werden kann.
  • Langfristige Tendenz: Die 30-Jahren Trends sind an den Grundwassermessstellen relativ differenziert mit einigen auffälligen Bereichen. In den südöstlichen Landesteilen (insbesondere im Iller-Riß-Gebiet) werden fast immer Anstiege beobachtet. Diese Entwicklung wird ebenfalls im Donauried beobachtet, vermutlich aufgrund der rückläufigen Grundwasserentnahmen in diesen intensiv genutzten Aquiferen. Auch im Oberrheingraben wird eine Erholung der Grundwasserstände beobachtet. Im Markgräflerland und insbesondere im nördlichen Oberrheingraben sind dabei besonders markante Zunahmen zu verzeichnen, auch hier möglicherweise durch rückläufige Förderungen bedingt. Quellen sind in Festgesteinsbereichen gefasst und weisen überwiegend langfristig ausgewogene Entwicklungstendenzen auf.
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