Impressum

zum Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft   zum Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz   zum Ministerium für Verkehr und Infrastruktur  

Zustandsbericht über die Grundwasservorräte

 
  • Fazit: Die Grundwasserstände und Quellschüttungen bewegen sich Anfang Januar 2019 in Baden-Württemberg auf sehr unterdurchschnittlichem Niveau. Die Entwicklungen waren im Bezugsmonat unterschiedlich. Die überdurchschnittlichen Niederschläge haben für eine messbare Erholung des Bodenwasserspeichers gesorgt, waren für das Grundwassergeschehen jedoch wenig relevant. Vielerorts wurde immerhin eine Stabilisierung der seit Ende Februar rückläufigen Grundwasserverhältnisse beobachtet. Um die Weihnachtszeit waren deutliche aber kurzzeitige Anstiege zu verzeichnen. Im Jahresvergleich wurde der bereits niedrige Pegel vom Dezember 2017 unterschritten. Bevor Grundwasser neu gebildet werden kann muss der Bodenwasserspeicher weiter gewässert werden. Bei anhaltend feuchter Witterung ist von einer Stabilisierung der Grundwasserverhältnisse auszugehen, wobei auch regionale Anstiege im weiteren Monatsverlauf durchaus möglich sind.
  • Großräumige Engpässe in der Wasserversorgung sind aufgrund der aktuellen Beobachtungen nicht absehbar.
  • Vergleich zum Vormonat: Grundwasserstände und Quellschüttungen haben sich im Dezember 2018 unterschiedlich entwickelt. Rückgänge und Anstiege halten sich in etwa die Waage. In Gewässernähe sowie Festgesteinsbereichen überwiegen niederschlagsbedingte Anstiege, beispielsweise im Hochschwarzwald (+3,50 m, GW-Nr. 0109/121-1) und im Kinzigtal (+0,51 m, GW-Nr. 0131/115-0). In weiten Landesteilen sind nach wie vor signifikante Abnahmen zu verzeichnen (z.B. -0,24 m in der Leutkircher Heide, GW-Nr. 0145/771-8) oder im Kraichgau (z.B. -0,81 m, GW-Nr. 2841/360-1). Die Niederschläge zu Monatsende hatten einen erheblichen Einfluss auf die meisten Quellschüttungen, die im Monatsmittel ansteigen, z.B. +105 l/s an der Bronnbachquelle, GW-Nr. 0001/415-1). Der Blautopf schüttet deutlich mehr als im vergangenen Monat (+1.185 l/s, GW-Nummer 0600/665-0).
  • Vergleich zum Vorjahr: Im Jahresvergleich sind infolge der andauernden Rückgänge überwiegend niedrigere Grundwasserstände und Quellschüttungen als im bereits trockenen Jahr 2017 zu verzeichnen. Bereichsweise werden die vorjährigen Verhältnisse deutlich unterschritten, beispielsweise in der Freiburger Bucht (z.B. -4,06 m an der GW-Nr. 0106/120-5) und in der oberen Gäue (z.B. -5,23 m an der GW-Nr. 7003/412-1). Die wetterfühligen Quellen schütten trotz der starken Regenfälle weniger als im vergangenen Jahr (z.B. -34 l/s an der Nächstquelle im Odenwald, GW-Nr. 0600/554-9). Der Blautopf schüttet sogar rd. -1.933 l/s weniger als vor einem Jahr.
  • Prognose für den Monat Januar 2019: Die landesweiten quantitativen Grundwasserverhältnisse bewegen sich Anfang Januar auf unterdurchschnittlichem Niveau mit bereichsweise ansteigender Tendenz. Bei feuchter Witterung sind markante Anstiege in weiteren Monatsverlauf vorstellbar. Angesichts der aktuellen Entwicklung ist von einer Stabilisierung der Grundwasserstände und Quellschüttungen auszugehen, wobei regionale Anstiege vor dem Jahresende durchaus möglich sind.
  • Langfristige Tendenz: Die 30-Jahren Trends sind an den Grundwassermessstellen relativ differenziert mit einigen auffälligen Bereichen. In den südöstlichen Landesteilen (insbesondere im Iller-Riß-Gebiet) werden fast immer Anstiege beobachtet. Diese Entwicklung wird ebenfalls im Donauried beobachtet, vermutlich aufgrund der rückläufigen Grundwasserentnahmen in diesen intensiv genutzten Aquiferen. Auch im Oberrheingraben wird eine Erholung der Grundwasserstände beobachtet. Im Markgräflerland und insbesondere im nördlichen Oberrheingraben sind dabei besonders markante Zunahmen zu verzeichnen, auch hier möglicherweise durch rückläufige Förderungen bedingt. Quellen sind in Festgesteinsbereichen gefasst und weisen überwiegend langfristig ausgewogene Entwicklungstendenzen auf.
GuQ 2 Web 1.2.10.1, Seite generiert: 21.10.2019 07:29:58

Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz : https://www.lubw.baden-wuerttemberg.de/