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Zustandsbericht über die Grundwasservorräte

 
  • Fazit: Die Grundwasserstände und Quellschüttungen bewegen sich Ende September 2019 in Baden-Württemberg auf unterdurchschnittlichem Niveau mit nach wie vor rückläufiger Tendenz. Die Niederschlagsepisoden zum Monatsende hatten keine nennenswerten Auswirkungen auf die Grundwasservorräte zur Folge. Im gesamten Monatsverlauf ist die Grundwasserneubildung ausgeblieben. Der Bodenwasserpeicher hat sich weiter entleert und ist nun völlig ausgetrocknet. Im Jahresvergleich überwiegen höhere Pegel als im September 2018. Die jüngsten und vorhergesagten Niederschläge dürften im weiteren Verlauf des Oktobers eine Stabilisierung der Grundwasserverhältnisse herbeiführen. Erfahrungsgemäß ist mit einer wirkungsvollen Grundwasserneubildung ab November zu rechnen.
  • Großräumige Engpässe in der Wasserversorgung sind aufgrund der aktuellen Beobachtungen nicht absehbar.
  • Vergleich zum Vormonat: Grundwasserstände und Quellschüttungen haben sich im September 2019 überwiegend rückläufig entwickelt. Neben signifikanten Abnahmen, z.B. in der oberen Gäue bei Grafenau (-1,20 m an der Messstelle 7003/412-1) und im Dreisamtal bei Freiburg (-1,06 m an der Messstelle 0106/120-5) wurden ebenfalls einige Anstiege vernommen (z.B. am Bodensee mit +0,16 m, GW-Nr. 0110/623-5 und im Rißtal mit +0,09 m, GW-Nr. 0181/669-4). Die Monatsniederschläge zu Monatsende kamen zu spät um markante Schüttungsanstiege an den Quellen bewirken zu können, weshalb die Tendenz einheitlich rückläufig ist, z.B. -53/san der Bronnbachquelle in Rottenburg, GW-Nr. 0001/415-1 und -0,43 l/san der Sportplatzquelle im Hochschwarzwald. Der Blautopf schüttet -252 l/s weniger als im vergangenen Monat (GW-Nummer 0600/665-0).
  • Vergleich zum Vorjahr: Im Jahresvergleich mit September 2018 überwiegen die höheren Grundwasservorräte leicht. Vielerorts werden die damals bereits sehr niedrigen Verhältnisse unterschritten, beispielsweise im Kraichgau (z.B. -4,45 m an der GW-Nr. 2841/360-1) und auf der Ostalb (z.B. -3,89 m an der GW-Nr. 0102/714-6). Die Grundwasserstände haben sich im Gegensatz dazu in weiten Teilen des Oberrheingrabens, des Schwarzwalds und des Illertals seit 2018 erholt (z.B. +1,15 m in Todtnau, GW-Nr. 0109/121-1 und +1,79 m in Leutkirch, GW-Nr. 0145/771-8). Auch bei den Quellen sind überwiegend höhere Schüttungen als vor einem Jahr zu verzeichnen (z.B. +13 l/s an der Gallusquelle auf der Schwäbischen Alb, GW-Nr. 0601/517-7 und +1 l/s an der Nächstquelle im Odenwald, GW-Nr. 0600/554-9). Der Blautopf schüttet +369 l/s mehr als im September 2018.
  • Prognose für den Monat Oktober 2019: Die landesweite quantitative Grundwassertendez hat bis Ende September noch nicht auf die jüngsten ergiebigen Niederschläge reagiert aufgrund der sehr geringen Bodenfeuchte. Erste Entspannungssignale sind jedoch an Kluft- und Karstquellen erkennbar. Bei weiterhin feuchter Witterung dürfte im weiteren Verlauf des Herbstes eine Stabilisierung der Grundwassersituation eintreten.
  • Langfristige Tendenz: Die 30-Jahren Trends sind an den Grundwassermessstellen relativ differenziert, wobei sich Anstiege und Rückgänge in etwa die Waage halten. In den südöstlichen Landesteilen (insbesondere im Iller-Riß-Gebiet) werden fast immer Anstiege beobachtet. Diese Entwicklung wird ebenfalls im Donauried beobachtet, vermutlich aufgrund der rückläufigen Grundwasserentnahmen in diesen intensiv genutzten Aquiferen. Auch im Oberrheingraben wird eine Erholung der Grundwasserstände beobachtet. Im Markgräflerland und insbesondere im nördlichen Oberrheingraben sind dabei besonders markante Zunahmen zu verzeichnen, auch hier möglicherweise durch rückläufige Förderungen bedingt. Quellen sind in Festgesteinsbereichen gefasst und weisen überwiegend langfristig ausgewogene Entwicklungstendenzen auf.
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