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Zustandsbericht über die Grundwasservorräte

 
  • Fazit: Die Grundwasserstände und Quellschüttungen bewegen sich Ende Dezember 2019 in Baden-Württemberg auf leicht unterdurchschnittlichem Niveau mit ansteigender Tendenz. Die Monatsniederschläge waren zwar etwas unterdurchschnittlich, sorgten dennoch zu einer weiteren Erholung des Bodenwasserspeichers und konnten eine Stabilisierung, bereichsweise auch Wiederanstiege der Grundwasservorräte bewirken. Im Jahresvergleich überwiegen höhere Pegel als im Dezember 2018. Bei feuchter Witterung ist im weiteren Verlauf des hydrologischen Winterhalbjahrs ein deutlicher Wiederanstieg der Grundwasserverhältnisse zu erwarten.
  • Großräumige Engpässe in der Wasserversorgung sind aufgrund der aktuellen Beobachtungen nicht an der Tagesordnung.
  • Vergleich zum Vormonat: Grundwasserstände und Quellschüttungen haben sich im Dezember 2019 überwiegend stabilisiert. Im Monatsmittel sind einige nennenswerte Abnahmen zu verzeichnen, vorwiegend in den östlichen Landesteilen, z.B. in den Ellwanger Bergen (-0,31 m an der Messstelle 0004/709-9) und in der Leutkircher Heide (-0,42 m an der Messstelle 0145/771-8). Im Bezugsmonat fallen die Anstiege jedoch häufiger und stärker aus, z.B. im Hochschwarzwald mit +0,81 m, GW-Nr. 0109/121-1, und in der oberen Gäue mit +0,90 m, GW-Nr. 7003/412-1). In der Rheinschiene hat ein großflächiger Anstieg stattgefunden. Im Übrigen haben sich nahezu alle Quellen im Dezember erholt, z.B. die Gallusquelle (GW-Nr. 0601/517-7) auf der Schwäbischen Alb mit +36 l/s oder die Nächstquelle (GW-Nr. 0600/554-9) im Odenwald mit +14 l/s. Der Blautopf schüttet deutlich mehr (+963 l/s) als im vergangenen Monat (GW-Nummer 0600/665-0).
  • Vergleich zum Vorjahr: Im Jahresvergleich mit Dezember 2018 überwiegen die höheren Grundwasservorräte. Örtlich werden die damaligen Verhältnisse allerdings unterschritten, beispielsweise im Kraichgau (z.B. -0,79 m an der GW-Nr. 2030/408-6) und im Rhein-Neckar-Raum (z.B. -0,21 m an der GW-Nr. 0107/305-0). Insgesamt hat sich die Grundwassersituation in den meisten Landesteilen allerdings erholt (z.B. +2,43 m im Dreisamtal, GW-Nr. 0106/120-5 und +0,62 m im Illertal, GW-Nr. 0147/717-6). Die Quellen schütten deutlich mehr als vor einem Jahr (z.B. +16 l/s an der Bronnbachquelle in Rottenburg, GW-Nr. 0001/415-1). Auch der Blautopf schüttet +546 l/s mehr als im Dezember 2018.
  • Prognose für den Monat Januar 2020: Die landesweiten Grundwassertvorräte neigen Ende Dezember zum Wiederanstieg. Entspannungssignale sind an zahlreichen Messstellen erkannbar. Der anlaufende Neubildungsprozess dürfte diese positive Entwicklungstendenz festigen. Bei feuchter Witterung sind im weiteren Jahresverlauf erhebliche Grundwasseranstiege zu erwarten.
  • Langfristige Tendenz: Die 30-Jahren Trends sind an den Grundwassermessstellen relativ differenziert, wobei sich Anstiege und Rückgänge in etwa die Waage halten. In den südöstlichen Landesteilen (insbesondere im Iller-Riß-Gebiet) werden fast immer Anstiege beobachtet. Diese Entwicklung wird ebenfalls im Donauried beobachtet, vermutlich aufgrund der rückläufigen Grundwasserentnahmen in diesen intensiv genutzten Aquiferen. Auch im Oberrheingraben wird eine Erholung der Grundwasserstände beobachtet. Im Markgräflerland und insbesondere im nördlichen Oberrheingraben sind dabei besonders markante Zunahmen zu verzeichnen, auch hier möglicherweise durch rückläufige Förderungen bedingt. Quellen sind in Festgesteinsbereichen gefasst und weisen überwiegend langfristig ausgewogene Entwicklungstendenzen auf.
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