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Zustandsbericht über die Grundwasservorräte

 
  • Fazit: Die Grundwasserstände und Quellschüttungen bewegen sich Ende Juli 2020 in Baden-Württemberg auf unterdurchschnittlichem Niveau. Das Grundwasserdargebot hat sich aufgrund der unterdurchschnittlichen Niederschläge sowie der hohen Verdunstung im vergangenen Monat rückläufig entwickelt. Die Grundwasserverhältnisse sind mehrheitlich niedriger als vor einem Jahr. Auch die Bodenfeuchte hat sich vermindert. Aufgrund der derzeitigen grundwasserhydrologischen und meteorogischen Randbedingungen dürfte der Grundwasserneubildungsprozess selbst bei feuchter Witterung bis zum Herbst ausgeschaltet sein.
  • Mit großräumigen Engpässen in der Wasserversorgung ist aufgrund der aktuellen Beobachtungen nicht zu rechnen. Bei weiterhin niederschlagsarmer Witterung ist jedoch Wasserknappheit in Gebieten, die vorwiegend mit Quellwasser versorgt werden, im weiteren Jahresverlauf nicht auszuschließen.
  • Vergleich zum Vormonat: Die Juliniederschläge entsprachen etwa der Hälfte der langjährigen Erfahrungswerte am Lysimeter Büchig und hatten infolge der starken Verdunstungen und des hohen Wasserbedarfs der Pflanzen in der Vegetationszeit keine Auswirkungen auf das Grundwassergeschehen; der Lysimeter Büchig ist seit Mitte Juli trocken. Rd. 90% der Messstellen sind rückläufig und es gab keine Bereiche mit Anstiegen. Einige Rückgänge waren besonders markant, beispielsweise auf der Ostalb (-1,56 m an der Messstelle 0102/714-6) und im Dreisamtal (-0,64 m in Ebnet, GW-Nr. 0106/120-5). Bereichsweise waren - im Monatsmittel - relativ stabile Verhältnisse zu verzeichnen, z.B. in Teilen des Oberrheingrabens (+0,04 m in Niederhausen (GW-Nr. 0110/018-1)) und im unteren Illertal (+0,08 m in Tannheim (GW-Nr. 0150/769-7)). Die wetterfühligen Quellen sind aushamslos rückläufig, z.B. die Bronnbachquelle (GW-Nr. 0001/415-1) bei Rottenburg mit -88 l/s. Der Blautopf schüttet im Mittel rd. 180 l/s weniger als im vergangenen Monat (GW-Nummer 0600/665-0).
  • Vergleich zum Vorjahr: Im Jahresvergleich sind die Grundwasservorräte an rd. zwei Drittel der Messstellen im Juli 2020 niedriger als im Juli 2019 (z.B. -0,89 m in der Leutkircher Heide, GW-Nr. 0145/771-8 und -2,22 m auf der Ostalb, GW-Nr. 0102/714-6). Auch die Mehrzahl der Quellen schüttet weniger, wie etwa -126 l/s an der Gallusquelle in Veringenstadt, GW-Nr. 0601/517-7. Mit einem Minus von mehr als 471 l/s hat die Schüttung des Blautopfs spürbar nachgelassen.
  • Prognose für den Monat August 2020: Die Entwicklunstendenz der Grundwassertvorräte ist Ende Juli auf anhaltend rückläufigem Kurs. Die Bodenwasserspeicher sind niedrig mit rückläufiger Tendenz, weshalb der Neubildungsprozess höchstwahrscheinlich bis zum Herbst ausgeschaltet sein dürfte. Es ist von weiteren Rückgängen auszugehen.
  • Langfristige Tendenz: Die 30-Jahren Trends sind an den Grundwassermessstellen relativ differenziert, wobei sich Anstiege und Rückgänge in etwa die Waage halten. In den südöstlichen Landesteilen (insbesondere im Iller-Riß-Gebiet) werden fast immer Anstiege beobachtet. Diese Entwicklung wird ebenfalls im Donauried beobachtet, vermutlich aufgrund der rückläufigen Grundwasserentnahmen in diesen intensiv genutzten Aquiferen. Auch im Oberrheingraben wird eine Erholung der Grundwasserstände beobachtet. Im Markgräflerland und insbesondere im nördlichen Oberrheingraben sind dabei besonders markante Zunahmen zu verzeichnen, auch hier möglicherweise durch rückläufige Förderungen bedingt. Quellen sind in Festgesteinsbereichen gefasst und weisen überwiegend langfristig ausgewogene Entwicklungstendenzen auf.
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