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Zustandsbericht über die Grundwasservorräte

 
  • Fazit: Die Grundwasserstände und Quellschüttungen bewegen sich Ende August 2020 in Baden-Württemberg auf unterdurchschnittlichem Niveau. Das Grundwasserdargebot hat sich aufgrund der unterdurchschnittlichen Niederschläge sowie der hohen Verdunstung im vergangenen heißen Monat rückläufig entwickelt. Die Grundwasserverhältnisse sind niedriger als vor einem Jahr und die Böden sind ausgetrocknet. Aufgrund der derzeitigen grundwasserhydrologischen und meteorogischen Randbedingungen dürfte die Grundwasserneubildung selbst bei feuchter Witterung bis zum Herbst ausbleiben.
  • Mit großräumigen Engpässen in der Wasserversorgung ist aufgrund der aktuellen Beobachtungen nicht zu rechnen. Bei weiterhin niederschlagsarmer Witterung ist jedoch Wasserknappheit in Gebieten, die vorwiegend mit Quellwasser versorgt werden, im weiteren Jahresverlauf nicht auszuschließen.
  • Vergleich zum Vormonat: Wie es bereits im Juli der Fall gewesen war, entsprechen auch die Augustniederschläge etwa der Hälfte der langjährigen Erfahrungswerte am Lysimeter Büchig. Die extrem hohe Verdunstung hat das Regenwasser weitgehend verbraucht und Auswirkungen auf das Grundwassergeschehen unterbunden; der Lysimeter Büchig ist seit Mitte Juli trocken. Rd. 90% der Messstellen sind rückläufig und es gibt keine Bereiche mit Anstiegen. Einige Rückgänge waren besonders markant, beispielsweise auf der Ostalb (-1,76 m an der Messstelle 0102/714-6) und im Kraichgau (-1,39 m in Ötisheim, GW-Nr. 2841/360-1). Bereichsweise waren - im Monatsmittel - relativ stabile Verhältnisse zu verzeichnen, z.B. in Teilen des Oberrheingrabens (+0,04 m in Niederhausen (GW-Nr. 0130/067-4)) und im Singener Becken (+0,06 m in Tannheim (GW-Nr. 0150/769-7)). Die wetterfühligen Quellen sind rückläufig, z.B. die Gallusquelle (GW-Nr. 0601/517-7) bei Rottenburg mit -27 l/s, wobei einige niederschlagsbedingte Anstiege zu Montasende zu verzeichnen waren. Der Blautopf schüttet im Mittel unerheblich mehr (+98 l/s) als im vergangenen Monat (GW-Nummer 0600/665-0).
  • Vergleich zum Vorjahr: Im Jahresvergleich sind die Grundwasservorräte an rd. zwei Drittel der Messstellen im August 2020 niedriger als im August 2019 (z.B. -2,28 m im Dreisamtal bei Freiburg, GW-Nr. 0106/120-5 und -1,41 m auf der Schwäbischen Alb, GW-Nr. 0100/517-0). Auch die meisten Quellen schütten weniger, wie etwa -84 l/s an der Gallusquelle in Veringenstadt, GW-Nr. 0601/517-7. Mit einem Minus von rd 174 l/s hat die Schüttung des Blautopfs unwesentlich nachgelassen.
  • Prognose für den Monat September 2020: Der beständige Rückgang der Grundwassertvorräte wurde Ende August durch einzelne Niederschlagsereignisse örtlich gemäßigt, wobei die rückläufige Grundtendenz nach wie vor besteht. Die Böden sind ausgetrocknet und der Neubildungsprozess dürfte höchstwahrscheinlich bis zum Herbst ausgeschaltet sein. Es ist mit weiteren Rückgängen zu rechnen.
  • Langfristige Tendenz: Die 30-Jahren Trends sind an den Grundwassermessstellen relativ differenziert, wobei sich Anstiege und Rückgänge in etwa die Waage halten. In den südöstlichen Landesteilen (insbesondere im Iller-Riß-Gebiet) werden fast immer Anstiege beobachtet. Diese Entwicklung wird ebenfalls im Donauried beobachtet, vermutlich aufgrund der rückläufigen Grundwasserentnahmen in diesen intensiv genutzten Aquiferen. Auch im Oberrheingraben wird eine Erholung der Grundwasserstände beobachtet. Im Markgräflerland und insbesondere im nördlichen Oberrheingraben sind dabei besonders markante Zunahmen zu verzeichnen, auch hier möglicherweise durch rückläufige Förderungen bedingt. Quellen sind in Festgesteinsbereichen gefasst und weisen überwiegend langfristig ausgewogene Entwicklungstendenzen auf.
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