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Zustandsbericht über die Grundwasservorräte

 
  • Fazit: Nach den Niederschlagsdefiziten im Frühjahr haben die überdurchschnittlichen Juni-Niederschläge zu einer Stabilisierung der Grundwasserverhältnisse in Baden-Württemberg geführt. Ende Juni 2021 ist ein insgesamt mittleres Niveau zu verzeichnen. Die ausgiebigen Monatsniederschläge konnten weder den Neubildungsprozess anregen noch Grundwasseranstiege bewirken, haben jedoch weitere Rückgänge verhindert. Zu Monatsende werden sind allerdings örtliche Erholungen zu beobachten. Im Jahresvergleich werden leicht höhere Grundwasservorräte als im Juni 2020 gemessen. Die Bodenfeuchte ist Ende Mai für die Jahreszeit noch akzeptabel. Großräumige Engpässe inder Wasserversorgung sind aufgrund der aktuellen Beobachtungen auszuschließen.
  • Vergleich zum Vormonat: Der Juni 2021 war mit 90 mm Niederschlag am Lysimeter Büchig überdurchschnittlich regenreich. Im Monatsmittel waren Stabilisierungen und Anstiege an etwa der Hälfte der Messstellen zu beobachten. Anstiege sind u.a. im Markgräflerland, wie z.B. +0,27 im Bad Krozingen (GW-Nr. 0130/070-4) und im Iller-Riß-Gebiet (z.B. +0,30 m in Tannheim, GW-Nr. 0150/769-7) deutlich. Stabile. Im Festgesteinsmessstellen überwiegen die Rückgänge nach wie vor, z.B. auf der Ostalb -0,77 m bei Weidenstetten, GW-Nr. 0102/714-6. Die wetterfühligen Quellen konnten sich die Niederschläge nicht zunutze machen, beispielsweise -11 l/san der Nächstquelle (GW-Nr. 0600/554-9) im Odenwald. Der Blautopf ist mit einem Minus von -650 l/s deutlich rückläufig (GW-Nummer 0600/665-0). Zu Monatsende sind deutliche Schüttungsanstiege zu verzeichnen.
  • Vergleich zum Vorjahr: Im Jahresvergleich ist die Grundwassersituation etwas angestiegen. Wesentliche Rückgänge gibt es in Festgesteinbereichen z.B. im Kraichgau zu beobachten (-3,10 m in Grafenau, GW-Nr. 2841/360-1). Höhere Verhältnisse werden oft in Oberschwaben gemessen (z.B. +1,92 m in Leutkirch, GW-Nr. 0145/771-8). Die Quellschüttungen sind höher als im Vorjahr, wie etwa +178 l/s am Gallusquelle in Veringenstadt, GW-Nr. 0601/517-7. Mit rd. +445/s schüttet auch der Blautopf mehr als im Juni 2020.
  • Prognose für den Monat Juli 2021: Im Juni 2021 ist vielerorts eine Stabilisierung zu beobachten, wobei vielerorts auch Anstiege zu Monatsende wahrgenommen werden. Die Bodenfeuchte nimmt kontinuierlich ab, dürfte jedoch in der Lage sein, den Wasserbedarf der Vegetation für einige Zeit zu decken. Es ist mit mäßigen Rückgängen der Grundwasservorräte im weiteren Monatsverlauf zu rechnen.
  • Langfristige Tendenz: Die 30-Jahren Trends sind an den Grundwassermessstellen relativ differenziert, wobei sich Anstiege und Rückgänge in etwa die Waage halten. In den südöstlichen Landesteilen (insbesondere im Iller-Riß-Gebiet) werden fast immer Anstiege beobachtet. Diese Entwicklung wird ebenfalls im Donauried beobachtet, vermutlich aufgrund der rückläufigen Grundwasserentnahmen in diesen intensiv genutzten Aquiferen. Auch im Oberrheingraben wird eine Erholung der Grundwasserstände beobachtet. Im Markgräflerland und insbesondere im nördlichen Oberrheingraben sind dabei besonders markante Zunahmen zu verzeichnen, auch hier möglicherweise durch rückläufige Förderungen bedingt. Quellen sind in Festgesteinsbereichen gefasst und weisen überwiegend langfristig ausgewogene Entwicklungstendenzen auf.
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