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Zustandsbericht über die Grundwasservorräte

 
  • Fazit: Ende Juli 2021 sind insgesamt überdurchschnittliche Grundwasserverhältnisse in Baden-Württemberg zu verzeichnen Die überdurchschnittlichen und anhaltenden Niederschläge in Juni und Juli haben den Neubildungsprozess angeregt und unerwartete Grundwasseranstiege bewirkt. Dieses Phänomen ist im hydrologischen Sommerhalbjahr äußerst selten und angesichts der ausgeprägten Trockenheit der vergangenen Jahre besonders eindrucksvoll. Im Jahresvergleich werden höhere Grundwasservorräte als im Juli 2020 gemessen. Die Bodenfeuchte ist Ende Juli für die Jahreszeit noch akzeptabel. Großräumige Engpässe in der Wasserversorgung sind aufgrund der aktuellen Beobachtungen auszuschließen.
  • Vergleich zum Vormonat: Der Juli 2021 war mit 125 mm Niederschlag am Lysimeter Büchig sehr überdurchschnittlich regenreich. Im Monatsmittel waren Anstiege an etwa zwei Drittel der Messstellen zu beobachten; das restliche Drittel war stabil. Die markantesten Anstiege wurden in den Festgesteinsbereichen gemessen, u.a. auf der Schwäbischen Alb (+3,80 Neufra, GW-Nr. 0100/517-0) und in der oberen Gäue (+1,83 m in Eutingen, GW-Nr. 2401/365-0). Die wetterfühligen Quellen haben ebenfalls ordentlich zugelegt, beispielsweise +96 l/s an der Bronnbachquelle (GW-Nr. 0001/415-1) in Rottenburg. Der Blautopf hat mit einem Plus von +4.500 l/s seine Schüttung verdreifacht (GW-Nummer 0600/665-0). Zu Monatsende sind erste Rückgänge zu verzeichnen.
  • Vergleich zum Vorjahr: Im Jahresvergleich hat sich die Grundwassersituation deutlich erholt. Wesentliche Anstiege gibt es in den Festgesteinbereichen z.B. auf der Ostalb (+3,90 m in Weidenstetten, GW-Nr. 0102/714-6). Höhere Verhältnisse werden auch in Oberschwaben gemessen (z.B. +1,85 m in Leutkirch, GW-Nr. 0145/771-8). Vereinzelte Rückgänge im Rhein-Neckar-Raum und im Kraichgau bilden eine markante Ausnahme (z.B. -0,10 m in Ladenburg, GW-Nr. 0107/305-0). Die Quellen schütten mehr als im vergangenen Jahr, wie etwa die Rösslequelle in Furtwangen mit +1,3 l/s (GW-Nr. 0001/219-3. Mit rd. +5.130/s schüttet auch der Blautopf wesentlich mehr als im Juli 2020.
  • Prognose für den Monat August 2021: Im Juli 2021 sind vielerorts Anstiege zu beobachten, wobei zu Monatsende erste Rückgänge wahrgenommen werden. Die Bodenfeuchte nimmt weiterhin ab, dürfte jedoch in der Lage sein, den Wasserbedarf der Vegetation für einige Zeit zu decken. Es ist mit mäßigen Rückgängen der Grundwasservorräte im weiteren Monatsverlauf zu rechnen.
  • Langfristige Tendenz: Die 30-Jahren Trends sind an den Grundwassermessstellen relativ differenziert, wobei sich Anstiege und Rückgänge in etwa die Waage halten. In den südöstlichen Landesteilen (insbesondere im Iller-Riß-Gebiet) werden fast immer Anstiege beobachtet. Diese Entwicklung wird ebenfalls im Donauried beobachtet, vermutlich aufgrund der rückläufigen Grundwasserentnahmen in diesen intensiv genutzten Aquiferen. Auch im Oberrheingraben wird eine Erholung der Grundwasserstände beobachtet. Im Markgräflerland und insbesondere im nördlichen Oberrheingraben sind dabei besonders markante Zunahmen zu verzeichnen, auch hier möglicherweise durch rückläufige Förderungen bedingt. Quellen sind in Festgesteinsbereichen gefasst und weisen überwiegend langfristig ausgewogene Entwicklungstendenzen auf.
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