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Zustandsbericht über die Grundwasservorräte

 
  • Fazit: Ende August 2021 sind insgesamt überdurchschnittliche Grundwasserverhältnisse in Baden-Württemberg zu verzeichnen Die überdurchschnittlichen und anhaltenden Niederschläge seit Juni haben den Neubildungsprozess angeregt und im Bezugsmonat für Grundwasserstabilisierungen gesorgt. Dieses Phänomen war im hydrologischen Sommerhalbjahr zuletzt im Jahr 2016 zu beobachten. Im Jahresvergleich werden höhere Grundwasservorräte als im August 2020 gemessen. Die Bodenfeuchte ist Ende August für die Jahreszeit noch akzeptabel. Großräumige Engpässe in der Wasserversorgung sind aufgrund der aktuellen Beobachtungen auszuschließen.
  • Vergleich zum Vormonat: Der August 2021 war mit 79 mm Niederschlag am Lysimeter Büchig überdurchschnittlich regenreich. Im Monatsmittel waren Stabilisierungen und leichte Rückgänge an etwa 90% der Messstellen zu beobachten. Im Markgräflerland waren hingegen verbreitet Anstiege zu verzeichnen (z.B. +0,48 m in Schlatt, GW-Nr. 0130/070-4). Bei den wetterfühligen Quellen halten sich Rückgänge und Anstiege in etwa die Waage. Der Blautopf hat mit einem Minus von -3.900 l/s seine Schüttung halbiert (GW-Nummer 0600/665-0). Zu Monatsende sind fast ausschließlich Rückgänge zu beobachten.
  • Vergleich zum Vorjahr: Im Jahresvergleich hat sich die Grundwassersituation deutlich erholt. Wesentliche Anstiege gibt es in den Festgesteinbereichen z.B. auf der Ostalb (+6,60 m in Weidenstetten, GW-Nr. 0102/714-6). Höhere Verhältnisse werden auch im Bodenseeraum gemessen (z.B. +1,31 m in Salem, GW-Nr. 2034/522-3). Vereinzelte Rückgänge im Nordschwarzwald und im Kraichgau bilden markante Ausnahmen (z.B. -0,10 m in Engelsbrand, GW-Nr. 3544/311-9). Sämtliche Quellen schütten mehr als im vergangenen Jahr, wie etwa die Rösslequelle in Furtwangen mit +0,71 l/s (GW-Nr. 0001/219-3. Mit rd. +1.740/s schüttet auch der Blautopf signifikant mehr als im August 2020.
  • Prognose für den Monat September 2021: Im Laufe des August 2021 war landesweit eine Tendenzumkehr zu beobachten, wobei die rückläufigen Entwicklungen deutlich zunehmen. Die Bodenfeuchte nimmt weiterhin leicht ab, dürfte jedoch in der Lage sein, den Wasserbedarf der Vegetation für einige Zeit zu decken. Es ist mit einer Stabilisierung bzw. mit mäßigen Rückgängen der Grundwasservorräte im weiteren Monatsverlauf zu rechnen.
  • Langfristige Tendenz: Die 30-Jahren Trends sind an den Grundwassermessstellen relativ differenziert, wobei sich Anstiege und Rückgänge in etwa die Waage halten. In den südöstlichen Landesteilen (insbesondere im Iller-Riß-Gebiet) werden fast immer Anstiege beobachtet. Diese Entwicklung wird ebenfalls im Donauried beobachtet, vermutlich aufgrund der rückläufigen Grundwasserentnahmen in diesen intensiv genutzten Aquiferen. Auch im Oberrheingraben wird eine Erholung der Grundwasserstände beobachtet. Im Markgräflerland und insbesondere im nördlichen Oberrheingraben sind dabei besonders markante Zunahmen zu verzeichnen, auch hier möglicherweise durch rückläufige Förderungen bedingt. Quellen sind in Festgesteinsbereichen gefasst und weisen überwiegend langfristig ausgewogene Entwicklungstendenzen auf.
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