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Zustandsbericht über die Grundwasservorräte

 
  • Fazit: Ende Juni 2022 bewegen sich die Grundwasserstände und Quellschüttungen in Baden-Württemberg auf unterdurchschnittlichem Niveau. Statistisch über 20 Jahre betrachtet liegen die Verhältnisse überwiegend an der unteren Grenze des für einen Juni üblichen Niveaus (Untergrenze des Normalbereichs), vereinzelt auch darunter. Die Grundwasserverhältnisse waren im Juni trotz regional überwiegend überdurchschnittlicher Niederschläge insgesamt rückläufig. Es gab keine nennenswerte Neubildung des Grundwassers. De Bodenfeuchte (Lysimeterauswertung) konnte sich nur zeitweilig leicht erholen, war im Monatsmittel jedoch deutlich rückläufig. Die Grundwasserverhältnisse sind niedriger als im Juni 2021.
  • Großräumige Engpässe in der Wasserversorgung sind aufgrund der aktuellen Beobachtungen nicht absehbar.
  • Vergleich zum Vormonat: Der Juni 2022 war mit 83 mm Niederschlag am Lysimeterstandort Büchig überdurchschnittlich regenreich. Die Niederschläge waren landesweit sehr ungleich verteilt. Im Ergebnis trugen diese nicht zur Grundwasserneubildung bei, da sie vollständig oberirdisch abgeflossen oder verdunstet sind oder für das Vegetationswachstum genutzt wurden. Die Entwicklung der Grundwasservorräte war an 90% der Messstellen rückläufig. Markante Rückgänge wurden in den Ellwanger Bergen (-1,17 in Bühlertann, GW-Nr. 0004/709-9) und in der oberen Gäue (-3,54 m in Grafenau, GW-Nr. 7003/412-1) gemessen. Die Quellschüttungen haben ebenfalls abgenommen. Der Blautopf schüttet im Monatsmittel -537 l/s weniger als im Vormonat (GW-Nummer 0600/665-0).
  • Vergleich zum Vorjahr: Im Jahresvergleich liegen etwa zwei Drittel der Messstellen unter dem Vorjahresniveau. Alle Landesteile sind betroffen, wobei die Ostalb und Teile des Neckarbeckens relativ verschont sind (z.B. +0,30 m in Wört, GW-Nr. 0100/809-5). Die Rückgänge sind im Schwarzwald und in der Rheinschiene besonders ausgeprägt (-0,67 m GW-Nr. 0131/023-0 und -2,15 m GW-Nr. 0109/121-1). Bei den Quellen halten sich Zunahme und Rückgänge in etwa die Waage, wie etwa die Bronnbachquelle in Rottenburg mit +8 l/s (GW-Nr. 0001/415-1) vs. die Rothansenhofquelle in Furtwangen mit -0,66 l/s (GW-Nr. 0001/219-3). Mit einem Minus von -272 /s schüttet der Blautopf unwesentlich weniger als im Juni 2021.
  • Prognose für den Monat Juli 2022: Die Grundwasserverhältnisse sind seit Beginn des hydrologischen Sommerhalbjahrs rückläufig. Die Bodenfeuchte (Lysimeterauswertung) hat im Juni weiter abgenommen. Im weiteren Monatsverlauf ist weiterhin mit rückläufigen Grundwasservorräten zu rechnen.
  • Es ist wahrscheinlich, dass bis zum Herbst keine nennenswerte Grundwasserneubildung stattfinden wird.
GuQ 2 Web 1.2.10.1, Seite generiert: 09.02.2023 01:11:00

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