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Zustandsbericht über die Grundwasservorräte

 
  • Fazit: Ende September 2022 bewegen sich die Grundwasserstände und Quellschüttungen in Baden-Württemberg auf niedrigem Niveau, überwiegend im unteren Normalbereich und teilweise darunter. Die Grundwasserverhältnisse konnten sich dank der starken Niederschläge vielerorts stabilisieren. Der Bodenwasserspeicher hat sich mit einer Zunahme von mehr als 100 Liter pro m am Lysimeterstandort Büchig im Bezugsmonats signifikant erholt.
  • Großräumige Engpässe in der Wasserversorgung sind aufgrund der aktuellen Beobachtungen im weiteren Jahresverlauf nicht absehbar.
  • Vergleich zum Vormonat: Der September 2022 war mit 160 mm Niederschlag am Lysimeterstandort Büchig sehr regenreich. Diese Niederschläge waren jedoch räumlich sehr unterschiedlich, fielen überwiegend im Zuge von Starkregenereignissen und flossen daher zum großen Teil oberirdisch ab. Zum Monatsende wurde vielerorts eine Stabilisierung und bereichsweise auch leichte Anstiege der Grundwasserverhältnisse beobachtet. Die Anstiege waren an den gewässernahen Messstellen und im Oberrheingraben besonders ausgeprägt. Trotz des erheblichen Niederschlags gab es landesweit nur eine geringe Grundwasserneubildung. Die Entwicklung der Grundwasserverhältnisse war an 60% der Messstellen noch rückläufig, wobei häufig Anstiegsansätze zum Monatsende zu verzeichnen waren. Die deutlichsten Rückgänge wurden im Bereich der Ostalb (-1,47 m in Weidenstetten, GW-Nr. 0102/714-6) und in der oberen Gäue (-1,61 m in Grafenau, GW-Nr. 7003/412-1) gemessen. Die Quellschüttungen sind - wenn überhaupt - nur kurzzeitig angestiegen und sind im Monatsmittel rückläufig. Der Blautopf bildet mit einem leichten Plus von +155l/s eine Ausnahme (GW-Nummer 0600/665-0).
  • Vergleich zum Vorjahr: Im Jahresvergleich liegen etwa 95% der Messstellen unter dem Vorjahresniveau. Alle Landesteile sind betroffen. Die Rückgänge sind beispielsweise im Nord-Schwarzwald, in Oberschwaben und auf der Schwäbischen Alb sehr ausgeprägt (-3,87 m GW-Nr. 0145/771-8 und -5,89 m GW-Nr. 0102/714-6). Bei den Quellen sind Rückgänge zu verzeichnen, wie etwa an der Sportplatzquelle in Höchenschwand mit -1,37 l/s (GW-Nr. 0600/222-6) und an der Bronnbachquelle in Rottenburg mit -123 l/s (GW-Nr. 0001/415-1). Mit einem Minus von -1.021 l/s führte der Blautopf lediglich die Hälfte seiner Schüttung im September 2021.
  • Prognose für den Monat Oktober 2022: Die Grundwasserverhältnisse haben sich zu Monatsende stabilisiert und vielerorts ist bereits eine Tendenzumkehr zu beobachten. Die Bodenfeuchte (Lysimeterauswertung) hat sich in September deutlich erholt. Es ist damit zu rechnen, dass der Grundwasserneubildungsprozess noch vor dem Ende des hydrologischen Sommerhalbjahrs im Laufe des Oktobers weiter zunimmt. Im Monatsverlauf sind daher ansteigende Grundwasserverhältnisse zu erwarten.
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