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Zustandsbericht über die Grundwasservorräte

 
  • Fazit: Ende Dezember 2022 bewegen sich die Grundwasserstände und Quellschüttungen in Baden-Württemberg auf etwa mittlerem Niveau innerhalb des Normalbereichs und vereinzelt darunter. Das Wetter im Dezember ist durch eine eisige Kältewelle im Advent, ergiebige Niederschläge um die Weihnachtszeit und hohe Lufttemperaturen zu Jahresende charakterisiert. Die Grundwasserverhältnisse waren im Bezugsmonat in den meisten Landesteilen über weite Strecken vergleichsweise stabil oder leicht ansteigend. Der Dezember war der dritte neubildungsreiche Monat in Folge, wenngleich der Neubildungsprozess erst in der letzten Dekade Fahrt aufgenommen hat. In Teilen des Neckarbeckens sowie des südlichen Rheineinzugsgebiets lässt jedoch die Erholung bei den quantitativen Grundwasserverhältnissen noch auf sich warten.
  • Großräumige Engpässe in der Wasserversorgung sind aufgrund der aktuellen Beobachtungen in den kommenden Monaten auszuschließen.
  • Vergleich zum Vormonat: Der Dezember 2022 war mit 60 mm Niederschlag am Lysimeterstandort Büchig unterdurchschnittlich regenreich. Diese Niederschläge sind nach der weitgehend trockenen vorweihnachtlichen Kältewelle in der dritten Dekade gefallen und haben den seit Monatsanfang nachlassenden Neubildungsprozess in den meisten Landesteilen angespornt. An rd. drei Viertel der Messstellen ist dadurch ein positiver Trend der Grundwasserverhältnisse zu verzeichnen. Die Zunahmen an den gewässernahen Messstellen und insbesondere im mittleren und nördlichen Oberrheingraben sind besonders ausgeprägt mit z.B. +19 cm am der Messstelle 0131/115-0 im Kinzigtal bei Gengenbach. Im Unterschied dazu ist in anderen Regionen, beispielsweise in Südbaden und in Teilen des Neckarbeckens, noch keine Entspannung bei den quantitativen Grundwasserverhältnissen eingetreten; Rückgänge sind im Kraichgau (-0,29 m in Mühlacker, GW-Nr. 2841/360-1) oder im Neckarbecken (-12 cm in Markgröningen, GW-Nr. 1064/461-1) flächig ausgeprägt. Die Quellschüttungen sind im Monatsmittel angestiegen. Der Blautopf schüttet mit einem Plus von +824/s signifikant mehr als im November (GW-Nummer 0600/665-0).
  • Vergleich zum Vorjahr: Im Jahresvergleich halten sich Anstiege und Rückgänge die Waage. Alle Landesteile sind gleichermaßen betroffen. Die Rückgänge sind in den Festgesteinsbereichen des Nord-Schwarzwalds und der Schwäbischen Alb besonders ausgeprägt (z.B. -4,10 m GW-Nr. 0102/714-6). Zahlreiche Quellen schütten geringfügig weniger als im Vorjahr, wie etwa die Bronnbachquelle in Rottenburg mit -29 l/s (GW-Nr. 0001/415-1). Mit einem Plus von +300 l/s führt der Blautopf unwesentlich mehr Wasser als im Dezember 2021.
  • Prognose für den Monat Januar 2023: Die Bodenfeuchte (Lysimeterauswertung) hat sich seit einigen Wochen auf hohem Niveau stabilisiert. Es ist davon auszugehen, dass sich der Grundwasserneubildungsprozess in den kommenden Wochen fortsetzen wird. Die Grundwasserstände und Quellschüttungen sind Ende Dezember selbst in Bereichen, in denen bis dahin keine signifikante Erholung zu beobachten war, ansteigend. Diese Tendenz dürfte sich zum Jahresbeginn 2023 festigen.
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