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Zustandsbericht über die Grundwasservorräte

 
  • Fazit: Ende Februar 2023 bewegen sich die Grundwasserstände und Quellschüttungen in Baden-Württemberg auf unterdurchschnittlichem Niveau, sogar oft unterhalb des Normalbereichs. Der Bezugsmonat war mit rd. 17 mm Niederschlag am Lysimeterstandort Büchig relativ trocken und abgesehen von einer Niederschlagsepisode zu Monatsbeginn weitgehend niederschlagsfrei. Die Grundwasserverhältnisse haben sich dementsprechend rückläufig entwickelt. Vielerorts und insbesondere in Teilen des Neckarbeckens sowie des südlichen Rheineinzugsgebiets sind niedrige Grundwasserverhältnisse zu verzeichnen. Großräumige Engpässe in der Wasserversorgung sind aufgrund der aktuellen Beobachtungen in den kommenden Monaten unwahrscheinlich.
  • Vergleich zum Vormonat: Mit 17 mm Niederschlag wurde im Februar 2023 etwa ein Drittel des normalen Niederschlags am Lysimeterstandort Büchig gemessen. Es ist der dritte Monat in Folge mit unterdurchschnittlichen Niederschlägen. Die Neubildung hat weiter an Intensität verloren aber betrug immerhin noch rd. 20 mm aufgrund der durchgehend hohen Bodenfeuchte. Im Mittel waren zwei Drittel der Messstellen rückläufig, wobei diese Entwicklung an den gewässernahen Messstellen besonders ausgeprägt war, z.B. -74 cm im Dreisamtal bei Freiburg (GW-Nr. 0106/120-5) oder -40 cm im Wiesaztal bei Reutlingen (GW-Nr. 0032/515-0). Nur in wenigen Bereichen wurden - wie im Februar normalerweise zu erwarten - Zunahmen gemessen, beispielsweise auf der Ostalb (+46 cm in Oberkochen, GW-Nr. 0102/762-4). Auch die Quellschüttungen waren im Monatsmittel mehrheitlich rückläufig (z.B. -28 l/s an der Bronnbachquelle in Rottenburg, GW-Nr. 0001/415-1). Der Blautopf schüttet mit einem Minus von -727 l/s deutlich weniger als im Januar 2023 (GW-Nummer 0600/665-0).
  • Vergleich zum Vorjahr: Im Jahresvergleich sind über 80% der Messstellen rückläufig. Die Grundwassersituation hat sich insbesondere im Neckarbecken, in Oberschwaben sowie im südlichen Oberrhein verschärft aber der stärkste Rückgang wurde in den Festgesteinsbereichen des Nord-Schwarzwalds mit -11 m an der Messstelle 7003/412-1 in Grafenau beobachtet. Die Quellen schütten ebenfalls weniger, wie etwa die Nächstquelle in Götzingen mit -27 l/s (GW-Nr. 0600/554-9). Mit einem Minus von -2.610 l/s wurde der Abfluss des Blautopfs halbiert.
  • Prognose für den Monat März 2023: Die Bodenfeuchte (Lysimeterauswertung) hat sich seit einigen Wochen auf hohem Niveau stabilisiert, weshalb die Voraussetzung für den Grundwasserneubildungsprozess in den kommenden Wochen grundsätzlich gut ist. Dafür braucht es jedoch Niederschläge. Bei weiterhin trockener Witterung wird es weitere Rückgänge auf ein niedriges Niveau geben.
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