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Zustandsbericht über die Grundwasservorräte

 
  • Fazit: Ende Mai 2023 bewegen sich die Grundwasserstände und Quellschüttungen in Baden-Württemberg auf leicht unterdurchschnittlichem Niveau. Der Bezugsmonat war mit rd. 25 mm Niederschlag am Lysimeterstandort Büchig verhältnismäßig trocken. Die Niederschlagsmenge war landesweit deutlich unterdurchschnittlich und erreichte nur gut 60% des normalen Wertes (1991-2020). Nach der zum Monatsbeginn noch anhaltenden Erholungsphase haben sich die Grundwasserverhältnisse ab etwa der Monatsmitte rückläufig entwickelt, wobei im Monatsmittel die Anstiege überwiegen. Die Situation hat sich im tiefen Karstaquifer der Ostalb sowie im Illertal etwas erholt. Unter anderem in Oberschwaben und im südlichen Oberrhein sind bereichsweise nach wie vor niedrige Grundwasserverhältnisse zu verzeichnen. Mit großräumigen Engpässen in der Wasserversorgung ist aufgrund der momentanen Beobachtungen nicht zu rechnen.
  • Vergleich zum Vormonat: Nach den nassen Monaten März und April war der Mai 2023 mit 25 mm Niederschlag (etwa einem Drittel der langjährigen Monatswerte) am Lysimeterstandort Büchig relativ trocken. Die Neubildung ist aufgrund der nachlassenden Bodenfeuchte ab Mitte Mai abgeklungen. In den meisten Landesteilen wurden ansteigende Grundwasserverhältnisse bis etwa Mitte Mai beobachtet, anschließend im weiteren Monatsverlauf waren diese meist rückläufig. Im Mai sind nahezu 50% der Messstellen dennoch angestiegen, besonders ausgeprägt im Illertal und auf der Schwäbischen Alb mit z.B. +136 cm in Neufra (GW-Nr. 0100/517-0) und +164 cm in Leutkirch (GW-Nr. 0145/771-8). Es gab in diesem Monat ebenfalls nennenswerte Rückgänge, wobei die größte Abnahme von -215 cm im Nördlichen Schwarzwald bei Engelsbrand (GW-Nr. 3544/311-9) gemessen wurde. Bei den wetterfühligen Quellen halten sich im Monatsmittel Zu- und Abnahmen die Waage, z.B. +48/s an der Bronnbachquelle in Rottenburg (GW-Nr. 0001/415-1) vs. -0,43l/sim Hochschwarzwald bei Furtwangen (GW-Nr. 0001/219-3). Der Blautopf schüttet mit einem Minus von -270 l/s unwesentlich weniger als im April 2023 (GW-Nummer 0600/665-0).
  • Vergleich zum Vorjahr: Die Grundwasserverhältnisse sind im Jahresvergleich an rd. 70% der Messstellen angestiegen. Die Grundwassersituation hat sich allerdings in Teilen des Neckarbeckens und der Ostalb, in Oberschwaben sowie im südlichen Oberrhein verschärft, wobei der stärkste Rückgang mit -4,86 m an der Messstelle 0102/714-6 in Weidenstetten auf der Ostalb gemessen wurde. Anstiege sind im mittleren und nördlichen Oberrheingraben sowie im Illertal zu verzeichnen aber das Maximum von +9,56 m wurde in der oberen Gäue bei Eutingen (GW-Nr. 2401/365-0) registriert. Die Quellen schütten überwiegend mehr als im Mai 2022, wie etwa die Gallusquelle in Veringenstadt mit +404 l/s (GW-Nr. 0601/517-7). Mit einem Plus von +663l/s schüttet der Blautopf signifikant mehr als im Mai 2022 (Hinweis: der vieljährige Monatsmittelwert beträgt rd. 1.991 l/s).
  • Prognose für den Monat Juni 2023: Die oberen Bodenschichten (Lysimeterauswertung) trocknen seit Mitte Mai nach und nach aus und die gemessenen Sickerwassermengen lassen nach. Erfahrungsgemäß wird der Grundwasserneubildungsprozess aufgrund des hohen Wasserbedarfs der Vegetation und weiter ansteigenden Lufttemperaturen in den kommenden Wochen weiter nachlassen.
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