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Zustandsbericht über die Grundwasservorräte

 
  • Fazit: Ende August 2022 bewegen sich die Grundwasserstände und Quellschüttungen in Baden-Württemberg auf niedrigem Niveau, überwiegend im Bereich des unteren Normalbereichs und teilweise darunter. Vielerorts wurden für den August die niedrigsten Werte seit 30 Jahren erreicht. Die Grundwasserverhältnisse waren aufgrund der anhaltenden Trockenheit weiter rückläufig. Es gab keine nennenswerte Grundwasserneubildung. Die Bodenfeuchte war im August permanent gering, wobei kurzfristige Anstiege örtlich stattgefunden haben, z.B. am Lysimeterstandort Büchig. Die Grundwasserverhältnisse sind deutlich niedriger als im August 2021.
  • Großräumige Engpässe in der Wasserversorgung sind aufgrund der aktuellen Beobachtungen nicht absehbar. Bei niederschlagsarmer Witterung ist Wasserknappheit in Gebieten, die vorwiegend mit Quellwasser versorgt werden, im weiteren Jahresverlauf jedoch nicht auszuschließen.
  • Vergleich zum Vormonat: Der August 2022 war mit 90 mm Niederschlag am Lysimeterstandort Büchig überdurchschnittlich regenreich. Diese Niederschläge sind jedoch räumlich sehr begrenzt im Zuge eines einzelnen Starkregenereignisses zu Monatsende gefallen und nahezu vollständig oberirdisch abgeflossen. Leichte Anstiege mit insgesamt mäßigen und kurzzeitigen Auswirkungen auf die Grundwasserverhältnisse waren an etlichen Messstellen im Laufe des Augusts zu beobachten, wobei diese Erholungseffekte überwiegend an den gewässernahen Messstellen beobachtet wurden. In zahlreichen Landesteilen ist der Niederschlag ausgeblieben und es hat landesweit keine nennenswerte Grundwasserneubildung stattgefunden. Die Entwicklung der Grundwasserverhältnisse war dementsprechend an mehr als 90% der Messstellen rückläufig, wobei vergleichsweise zum Juli eine Mäßigung der Rückgänge zu verzeichnen war. Die deutlichsten Rückgänge wurden im Bereich der Ostalb (-1,70 m in Weidenstetten, GW-Nr. 0102/714-6) und in der oberen Gäue (-2,02 m in Grafenau, GW-Nr. 7003/412-1) gemessen. Die Quellschüttungen gelangen allmählich in den Wertebereich des Basisabflusses und waren daher nur leicht rückläufig. Der Blautopf schüttet im Monatsmittel mit einem leichten Minus von -86 l/s etwa gleichviel wie im Vormonat (GW-Nummer 0600/665-0).
  • Vergleich zum Vorjahr: Im Jahresvergleich liegen mittlerweile etwa 95% der Messstellen unter dem Vorjahresniveau. Alle Landesteile sind betroffen. Die Rückgänge sind beispielsweise in Oberschwaben und im Rheintal sehr ausgeprägt (-3,13 m GW-Nr. 0061/672-2 und -0,87 m GW-Nr. 0116/114-0). Bei den Quellen sind überwiegend Rückgänge zu verzeichnen, wie etwa an der Sportplatzquelle in Höchenschwand mit -1,4 l/s (GW-Nr. 0600/222-6) und an der Bronnbachquelle in Rottenburg mit -214 l/s (GW-Nr. 0001/415-1). Mit einem Minus von -1.980 l/s führte der Blautopf lediglich ein Drittel seiner Schüttung im August 2021.
  • Prognose für den Monat September 2022: Die Grundwasserverhältnisse sind seit Beginn des hydrologischen Sommerhalbjahrs rückläufig. Die Bodenfeuchte (Lysimeterauswertung) hat im August weiter abgenommen und die Böden sind weitgehend ausgetrocknet. Im weiteren Monatsverlauf ist von weiteren mäßigen Rückgängen der Grundwasservorräte auszugehen.
  • Es ist davon auszugehen, dass bis zum Herbst keine nennenswerte Grundwasserneubildung stattfinden wird.
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