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Zustandsbericht über die Grundwasservorräte

 
  • Fazit: Ende Mai 2022 bewegen sich die Grundwasserstände und Quellschüttungen in Baden-Württemberg auf unterdurchschnittlichem Niveau, oft an der Untergrenze des Normalbereichs und zeitweilig darunter. Die Grundwasserverhältnisse waren im trockenen und warmen Bezugsmonat rückläufig, wenngleich bereichsweise immer noch Versickerungen aus dem nassen April den Neubildungsprozess aufrechterhalten haben. Die Bodenfeuchte hat rasant abgenommen, hauptsächlich aufgrund des hohen Wasserverbrauchs der Vegetation. Im Jahresvergleich mit Mai 2021 halten sich Anstiege und Rückgänge in etwa die Waage. Mit großräumigen Engpässen in der Wasserversorgung ist aufgrund der momentanen Beobachtungen nicht zu rechnen.
  • Vergleich zum Vormonat: Der Mai 2022 war mit 16 mm Niederschlag am Lysimeter Büchig relativ trocken. Die Entwicklung der Grundwasservorräte war an zwei Drittel der Messstellen entsprechend rückläufig. Ein weiteres Viertel war immerhin stabil. Die markantesten Rückgänge wurden im Nordschwarzwald (-2,38 in Engelsbrand, GW-Nr. 3544/311-9) und in der Gäue (-3,88 m in Eutingen, GW-Nr. 2401/365-0) beobachtet. Auch die Schüttungen nehmen ab. Der Blautopf schüttet im Monatsmittel -1.503 l/s weniger als im Vormonat (GW-Nummer 0600/665-0).
  • Vergleich zum Vorjahr: Im Jahresvergleich hat sich das Blatt innerhalb von drei Monaten dreimal gewendet: im Mai gibt es aktuell einen knappen Vorsprung für die Rückgänge, wobei 57% der Messstellen unter dem Vorjahresniveau liegen. Wesentliche Zunahmen sind in den Festgesteinsbereichen (z.B. +4,21 m im Kraichgau, GW-Nr. 2841/360-1 und +4,67 m in der Heilbronner Mulde, GW-Nr. 0104/509-7) zu beobachten. Die Rückgänge sind im Schwarzwald und in der Rheinschiene besonders ausgeprägt (-0,56 m GW-Nr. 0131/023-0 und -1,58 m GW-Nr. 0109/121-1). Die Quellen schütten überwiegend mehr als im Vorjahr, wie etwa die Nächstquelle im Odenwald mit +26 l/s (GW-Nr. 0600/554-9). Mit einem Minus von -384 /s schüttet der Blautopf geringfügig weniger als im Mai 2021.
  • Prognose für den Monat Juni 2022: Die bis dahin überwiegend positive Entwicklungstendenz der Grundwasserverhältnisse hat sich pünktlich zum Beginn des hydrologischen Sommerhalbjahrs gewendet. Die Bodenfeuchte hat im Monatsverlauf deutlich abgenommen und es sollte davon ausgegangen werden, dass der Grundwasserneubildungsprozess in den kommenden Wochen zum Stillstand kommen wird.
  • Im weiteren Monatsverlauf ist daher mit weiterhin rückläufigen Grundwasservorräten zu rechnen.
  • Langfristige Tendenz: Die 30-Jahren Trends sind an den Grundwassermessstellen relativ differenziert, wobei sich Anstiege und Rückgänge in etwa die Waage halten. In den südöstlichen Landesteilen (insbesondere im Iller-Riß-Gebiet) werden fast immer Anstiege beobachtet. Diese Entwicklung wird ebenfalls im Donauried beobachtet, vermutlich aufgrund der rückläufigen Grundwasserentnahmen in diesen intensiv genutzten Aquiferen. Auch im Oberrheingraben wird eine Erholung der Grundwasserstände beobachtet. Quellen sind in Festgesteinsbereichen gefasst und weisen überwiegend langfristig ausgewogene Entwicklungstendenzen auf.
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