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Zustandsbericht über die Grundwasservorräte

 
  • Fazit: Ende November 2021 bewegen sich die Grundwasserstände und Quellschüttungen in Baden-Württemberg trotz rückläufiger Entwicklung innerhalb des Normalbereichs auf insgesamt mittlerem Niveau. Es hat keine nennenswerte Grundwasserneubildung stattgefunden, wobei sich die Bodenfeuchte trotz unterdurchschnittlicher Niederschläge geringfügig erholt hat. Im Jahresvergleich werden höhere Grundwasservorräte als im November 2020 gemessen. Großräumige Engpässe in der Wasserversorgung sind aufgrund der aktuellen Beobachtungen auszuschließen.
  • Vergleich zum Vormonat: Der November 2021 war mit 36 mm Niederschlag am Lysimeter Büchig der dritte unterdurchschnittlich regenreiche Monat in Folge. Wie es bereits in September und Oktober der Fall gewesen war, sind dadurch auch im November Rückgänge an etwa 90% der Messstellen zu verzeichnen. Vielerorts werden zu Monatsende Stabilisierungen beobachtet, z.B. im Rhein-Neckar-Raum (+0,02 m in Laudenbach, GW-Nr. 0112/303-9). Die wetterfühligen Quellen sind ausnahmslos rückläufig. Der Blautopf schüttet im Monatsmittel -281 l/s weniger, als im Vormonat (GW-Nummer 0600/665-0).
  • Vergleich zum Vorjahr: Im Jahresvergleich hat sich die Grundwassersituation trotz der aktuellen Rückgänge erholt. Wesentliche Anstiege gibt es in den Festgesteinbereichen z.B. auf der Ostalb (+5,34 m in Weidenstetten, GW-Nr. 0102/714-6). Großflächig höhere Verhältnisse werden auch im Oberrheingraben gemessen (z.B. +0,23 m in Bruchsal, GW-Nr. 0152/308-7). Die Quellen schütten mehr als im vergangenen Jahr, wie etwa die Fritzenwiesenquelle in Obergrombach mit +0,45 l/s (GW-Nr. 0600/309-4). Mit rd. +280 /s schüttet der Blautopf nur unerheblich mehr als im November 2020.
  • Prognose für den Monat Dezember 2021: Die Grundwasserverhältnisse sind seit September 2021 landesweit rückläufig, wenngleich die Bodenfeuchte seit Beginn des hydrologischen Winterhalbjahrs geringfügig angestiegen ist. Im weiteren Monatsverlauf dürfte eine Stabilisierung der Grundwasserverhältnisse eintreten, wobei vielerorts Anstiege möglich sind - insbesondere an Quellen.
  • Langfristige Tendenz: Die 30-Jahren Trends sind an den Grundwassermessstellen relativ differenziert, wobei sich Anstiege und Rückgänge in etwa die Waage halten. In den südöstlichen Landesteilen (insbesondere im Iller-Riß-Gebiet) werden fast immer Anstiege beobachtet. Diese Entwicklung wird ebenfalls im Donauried beobachtet, vermutlich aufgrund der rückläufigen Grundwasserentnahmen in diesen intensiv genutzten Aquiferen. Auch im Oberrheingraben wird eine Erholung der Grundwasserstände beobachtet. Im Markgräflerland und insbesondere im nördlichen Oberrheingraben sind dabei besonders markante Zunahmen zu verzeichnen, auch hier möglicherweise durch rückläufige Förderungen bedingt. Quellen sind in Festgesteinsbereichen gefasst und weisen überwiegend langfristig ausgewogene Entwicklungstendenzen auf.
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