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Zustandsbericht über die Grundwasservorräte

 
  • Fazit: Ende November 2022 bewegen sich die Grundwasserstände und Quellschüttungen in Baden-Württemberg auf insgesamt leicht unterdurchschnittlichem Niveau innerhalb des Normalbereichs und teilweise darunter. Obwohl der November der vierte regenreiche Monat in Folge war, sind differenzierte Grundwasserentwicklungen zu beobachten. In den meisten Landesteilen und insbesondere im Oberrheingraben haben im Bezugsmonat erhebliche Anstiege stattgefunden. In anderen Regionen, beispielsweise in Oberschwaben und in Teilen des Neckarbeckens, ist noch keine Entspannung bei den quantitativen Grundwasserverhältnissen eingetreten.
  • Großräumige Engpässe in der Wasserversorgung sind aufgrund der aktuellen Beobachtungen in den kommenden Monaten auszuschließen.
  • Vergleich zum Vormonat: Der November 2022 war mit 72 mm Niederschlag am Lysimeterstandort Büchig der vierte regenreiche Monat in Folge. Die Niederschläge haben den Neubildungsprozess dauerhaft angeregt und im Monatsmittel an 30% der Messstellen für Stabilisierungen und an 40% der Messstellen Anstiege der Grundwasserverhältnisse gesorgt. Wie es im Vormonat der Fall gewesen war, sind die Zunahmen an den gewässernahen Messstellen und insbesondere im mittleren und nördlichen Oberrheingraben besonders ausgeprägt mit z.B. +51 cm am der Messstelle 0116/114-0 in Willstätt. Im Unterschied dazu werden an einem Drittel der Messstellen trotz der günstigen Witterung nach wie vor rückläufige Verhältnisse beobachtet. Diese Rückgänge sind beispielsweise in der oberen Gäue (-1,32 m in Grafenau, GW-Nr. 7003/412-1) sowie in den östlichen Landesteilen (-21 cm in Dietenheim, GW-Nr. 0154/767-1) flächig ausgeprägt. Die Quellschüttungen sind im Monatsmittel mehrheitlich leicht rückläufig. Der Blautopf schüttet mit einem Plus von +92/s relativ konstant (GW-Nummer 0600/665-0).
  • Vergleich zum Vorjahr: Im Jahresvergleich halten sich Anstiege und Rückgänge die Waage. Alle Landesteile sind gleichermaßen betroffen. Die Rückgänge sind im Nord-Schwarzwald, in Oberschwaben und auf der Schwäbischen Alb besonders ausgeprägt (-3,01 m GW-Nr. 0145/771-8 und -4,46 m GW-Nr. 0102/714-6). Die meisten Quellen schütten geringfügig weniger als im Vorjahr, wie etwa die Bronnbachquelle in Rottenburg mit -34 l/s (GW-Nr. 0001/415-1). Mit einem Plus von +294 l/s führt der Blautopf unwesentlich mehr Wasser als im November 2021.
  • Prognose für den Monat Dezember 2022: Die Bodenfeuchte (Lysimeterauswertung) hat sich in November auf hohem Niveau stabilisiert. Es ist davon auszugehen, dass sich der Grundwasserneubildungsprozess in den kommenden Wochen fortsetzen wird. Grundwasserstände und Quellschüttungen sind Ende November ansteigend und im Dezember sind - auch in den Bereichen, die sich bislang noch nicht erholt haben - ansteigende Grundwasserverhältnisse zu erwarten.
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